Meldorf

Katzenschwemme im Tierheim

In den vergangenen Wochen hat das Tierheim in Tensbüttel-Röst fast 70 Katzen, vor allem Katzenbabys, aufgenommen. So viele gab es lange nicht in einem so kurzen Zeitraum.

„Das sind alles Fundtiere, die mal ein Zuhause hatten“, sagt der Vereinsvorsitzende Ralf Klink. Die möglichen Ursachen sind ihm nicht fremd. Einige Menschen würden eine Katze monatelang in einem Wohngebiet füttern, sich aber nicht um sie kümmern. „Erst wenn junge Babykatzen in einer Hollywoodschaukel liegen, werden wir informiert“, berichtet Klink. Er wünscht sich, dass Anwohner sich frühzeitig beim Tierheim melden, damit die Katzen eingefangen und kastriert werden können. Dann würde es nicht so viele Babykatzen geben.

Zudem würden Katzen immer häufiger im Tierheim landen, weil ältere Menschen ins Heim müssen oder sterben, sagt Tierpflegerin Katja Schillalies. Sie ist eine von drei Tierpflegerinnen in Tensbüttel, außerdem werden noch zwei Auszubildende beschäftigt. Aktuell ist die Zahl der Katzen auf rund 90 angewachsen. Damit sind die Kapazitäten zwar noch nicht ganz erreicht, aber die Tiere müssten alle entsprechend behandelt und versorgt werden. „Das ist schon eine anstrengende Arbeit“, sagt Klink. Es gibt zum Beispiel Babykatzen, die mit der Flasche aufgezogen werden müssen. Was die Vermittlung angeht, stehen Katzenkinder immer hoch im Kurs. Es gebe immer ausreichend Interessenten.

Gesellschaftliche Entwicklungen bereiten dem Vorsitzenden des Tierschutzvereins allerdings Sorgen. „Wir beobachten seit einigen Jahren, dass es mehr Fälle von Animal-Hoarding, einer Tiersammelsucht, gibt“, sagt Ralf Klink. So musste der Verein im vergangenen Jahr aus einem Haus 70 Katzen holen, weil die Besitzer mit der Haltung überfordert waren. „Die Tiere liefen über die Tische und Bänke und lebten im Erdgeschoss, während die Besitzer oben wohnten“, so Klink. In einem anderen Fall hielt ein Mann mehr als 40 Hunde im seinem Haus und im Carport. Auch dort wurden die Tiere beschlagnahmt und kamen in verschiedene Tierheime. In Tensbüttel-Röst ist nur Platz für elf Hunde. Zudem gibt es noch einen Bereich für Kleintiere wie Meerschweinchen, Hamster oder Farbratten. Aktuell gibt es 13 Kleintiere in Tensbüttel.

Der Zeitraum von der ersten Betreuung eines Tieres bis zur Vermittlung ist unterschiedlich. Während Babykatzen nach acht Wochen meist sehr schnell neue Besitzer finden, sieht die Situation bei Hunden anders aus. Da vergehen schnell mehrere Monate oder ein halbes Jahr. „Wir erzählen den neuen Besitzern alles, was wir über das Tier wissen, aber diese müssen sich dann auch an unsere Hinweise halten“, sagt Klink. Derzeit gebe es drei bis vier schwierige Hunde, die eine konsequente Erziehung benötigten. Vorbesitzer hätten leider nicht – wie empfohlen - die Hundeschule mit dem Tier besucht. „Wir holen deshalb jetzt eine Hundeschule ins Haus und arbeiten mit den Hunden“, sagt Klink.

Der Neubau des Tierheims steht seit mittlerweile zwei Jahren, aber „wir benötigen noch einen Auslauf für die Kleintiere“. Der rund 20 Quadratmeter große Auslauf soll im September oder Oktober fertig sein. Zuvor feiert der Verein noch ein einem Tag der offenen Tür. Zum Sommerfest am Sonntag, 4. August sind Besucher von 10 bis 17 Uhr willkommen.