Heide

Kinderbuch beschäftigt sich mit Plastikmüll im Meer

Der Boyens Buchverlag hat sich einem aktuellen Thema gewidmet: Plastikmüll im Meer. Es ist ein Kinderbuch von der Autorin Marina Rüther, die in gemalten Bildern vom Schicksal der Meeresbewohner erzählt.  

Eine Möwe, die eine Plastikflasche im Schnabel hält; ein Seehund, der ein Fischernetz auf dem Meeresgrund entdeckt und ein Hering, der auf eine Plastiktüte stößt: Nach ihren beiden bereits im Boyens-Buchverlag erschienenen und höchst erfolgreichen Kinderbüchern „Mo in der Seehundstation“ und „Frieda schützt den Deich“ widmet sich Marina Rüther nun dem Thema Plastikmüll im Meer. Der Titel sagt schon alles: „Das gehört doch nicht hierhin!“ 

Die Autorin erzählt die Geschichte in gemalten Bildern auf je einer Doppelseite – versehen mit einem einfühlsamen Kurztext. „Das Buch eignet sich gut als Vorlesebuch für Kinder ab vier Jahren“, sagt Sylvia Scholz, beim Boyens-Buchverlag zuständig für die Pressearbeit. Die erste Version sei ursprünglich ein Gedicht über Plastiktüten und Tiere, die sich darüber ärgern, sagt Scholz. Für die Buchversion hat Rüther, selbst Mutter zweier Kinder, nun das Thema noch einmal neu aufbereitet. Und auch eine Geschichte erzählt: Seehund, Hummer und Co. bringen den Plastikabfall zurück an den Strand, wo der Haufen schließlich auch den Menschen auffällt. Am Ende bittet ein Mädchen die Meeresbewohner um Verzeihung – dann räumen die Menschen den Kunststoff weg. 

„Damit beschäftigen wir uns mit einem hochaktuellen Thema“, freut sich Buchverlagsleiter Bernd Rachuth über das neue Buchprojekt. Nach Schätzungen von Forschern liegen mehr als 100 Millionen Tonnen Kunststoff in den Weltmeeren. Sie zerfallen in immer kleinere Stücke, die schließlich von Meeresorganismen mit der Nahrung aufgenommen werden. Eine ökologische Katastrophe, von der die Kinderbuchautorin Marina Rüther nun in ihren bewegenden Bildern erzählt. Natürlich mit einer klaren Moral von der Geschichte: Die Menschen haben den Fehler erkannt und Rüther lässt ein Mädchen zu den Meerestieren sprechen: „Entschuldigung! Ab sofort passen wir besser auf und werfen nichts mehr einfach so ins Meer.“ 

Ein Happy-End, dass man sich auch in Wirklichkeit wünschen würde, aber das zweifellos dauern dürfte. Dennoch findet Theresa Röh, Auszubildende bei Boyens Medien und derzeit im Buchverlag tätig, das Kinderbuch sehr wichtig. „Mit dem Buch ist ein Schritt in die richtige Richtung getan, indem man Kinder frühzeitig mit der Problematik des Plastikmülls vertraut macht“, sagt die 18-Jährige, die Medienkauffrau werden möchte. 

Übrigens trägt der Boyens Buchverlag selbst zu weniger Plastikabfall bei. „Seit dem vergangenen Herbst verzichten wir darauf, unsere Bücher in Folie einzupacken“, sagt Sylvia Scholz.