Glüsing

Heider Motorradclub trägt in Glüsing seine Meisterschaften aus

Die Coronakrise zwang den Sport in die Knie. Das bekam auch der Heider Motorradclub (HMC) zu spüren. Im Zuge der Lockerungen startete der Verein am Wochenende durch, läutete seine Clubmeisterschaften ein. Die finalen Prüfungen stehen am 18. Oktober an.

„Normalerweise machen wir jedes Jahr zwei Veranstaltungswochenenden, meistens im Juni richten wir die Schleswig-Holstein-Meisterschaft und einen Tag später den Nord-Cup aus“, berichtet HMC-Vorsitzender Werner Thießen. Im Herbst folgten die Club-Meisterschaft und der Lauf zur Landesmeisterschaft. Aber 2020 sei alles anders gekommen. Sämtliche Sportstätten seien gesperrt gewesen, Trainings hätten nicht stattfinden dürfen, ebenso die Veranstaltungen. „Mitte September haben wir vom ADAC die Genehmigung für unsere Meisterschaften bekommen, und das Amt Eider zieht ebenfalls mit den üblichen Abstands- und Hygieneauflagen mit.“

Motorrad-Trial ist eine Sportart, bei der es nicht um Schnelligkeit, sondern um Geschicklichkeit im Gelände geht. Die Maschinen sind leicht und wendig, haben keine Sitzbank, weil die Fahrer stehend unterwegs sind. „Die Trial-Motorräder sind nicht besonders schnell, haben aber ein hohes Drehmoment, um aus dem Stand die Hindernisse erklimmen zu können“, erläutert Thießen. Für die Fahrer gehe es darum, die Motorräder zu beherrschen und jederzeit im Gleichgewicht zu bleiben. Nur wer die Balance hinbekomme zwischen Körperbeherrschung, Gas, Kupplung und Bremse, könne erfolgreich sein. 

Die 25 Wettbewerbsteilnehmer, darunter Gäste aus Dänemark, dem MSC Schleswig, dem MC Woltersdorf und dem MSV Preetz, hatten am Sonnabend und Sonntag reichlich Gelegenheit, ihr Können unter beweis zu stellen. Denn auf dem Hindernisparcours am Schwaaweg warteten auf die Jugendlichen und Erwachsenen zahlreiche sportliche Herausforderungen. Auf dem mit einer Reihe von Erdhügeln, Abhängen und einem breiten Wassergraben modellierten Gelände fehlte es nicht an Hürden. Sieben Prüfungsstationen, Sektionen genannt, waren mit rot-weißem Flatterband markiert. Die Fahrer und Fahrerinnen starteten in den Leistungsklassen 6 (Anfänger), 5 (Einsteiger), 4 (Fortgeschrittene), 3 (Spezialisten) und 2 (Experten). Jeder waren spezielle und mit verschiedenfarbigen Fähnchen gekennzeichnete Spuren zugeordnet, denen es zu folgen galt. Die Motorradsportler fuhren mit den Trail-Maschinen zum Beispiel steile, von Baumwurzeln durchzogene Abhänge hinauf, sprangen auf Betonrohre, Baumstämme und Feldsteine, erklommen Holzstützwände, sausten Treppen hinunter, glitten an Betonklötzen hinauf und wieder hinunter und sprangen über Treckerreifen. Aufgrund des regnerischen Wetters hatten die Teilnehmer zudem noch mit Matsch und glitschigen Oberflächen zu kämpfen, was so manches Zweirad ins Rutschen brachte.

Schon am Sonnabend gab es zahlreiche Erfolge zu verzeichnen. So wurde Ralf Löding vom HMC Sieger in der Klasse 3 – vor seinen Clubkameraden Finn-Lucas Coltzau, Malte Thießen und Ib Brunslev. Robby Rettig vom MC Woltersdorf fuhr mit einer 350 ccm Royal Enfild Oldtimer-Maschine in der Anfänger-Spur und erreichte im Feld von vier Startern den zweiten Platz. Und in der Experten-Gruppe kämpfte sich Thore Thießen (HMC) mit 44 Fehlerpunkten vor dem Dänen Morten Andersen (Rebild Trialsport) , der 45 Fehlerpunkte kassierte, an die Spitze.

Auch am zweiten Wettbewerbstag freuten sich die Motorsportler über Erfolge: So schaffte es Morten Andersen in der Experten-Klasse dieses Mal mit 30 Fehlerpunkten auf den ersten Platz und verwies Thore Thießen (35 Fehlerpunkte) auf Rang zwei. Bester Fahrer an diesem Wochenende war der 15-jährige Däne Alex Overby vom Club Midtjysk Trialsport. Er kassierte am Sonnabend lediglich 15 und am Sonntag nur 17 Strafpunkte.