Heide

Kreispolitiker streiten um Kunstrasen

Eigentlich wollte der Sportausschuss des Kreises am Dienstagabend die Eckpunkte der künftigen Sportstättenförderung im Kreisgebiet beschließen. Doch das wurde vertagt –  dafür streiten sich die Politiker nun über Kunstrasen-Projekte.

Die Mittel stehen bereit, doch bei einigen Punkten gibt es Klärungsbedarf. Die Rede ist von der geplanten Sportstättenförderung des Kreises. Nun will der Sozialausschuss auf seiner Sondersitzung im Mai die Eckpunkte für eine solche Bezuschussung beschließen. Eine entsprechende Richtlinie, durch die Verwaltung erarbeitet, soll dann noch vor der Sommerpause im Kreistag verabschiedet werden. 

Es ist Realität: An den Trainings- und Wettkampfstätten nagt der Zahn der Zeit. Viele Plätze entstanden in der Bauboomphase der 1950er und 1960er Jahren, weitere Arenen folgten in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Fast alle gehören den Städten und Gemeinden, nur wenige Sportvereine im Kreis verfügen über Eigentum. 

Die Liegenschaften weisen teils große Mängel auf. Hier sind es verschlissene Laufbahnen in Stadien, dort defekte Flutlichtanlagen. Eine Gefahr bilden zudem abgängige Stehränge. Auch Umkleideräume und Duschen entsprechen längst nicht mehr modernen Standards, und schließlich könnte so manches Sportlerheim eine Auffrischung vertragen. 

Das Thema ist gesetzt und in der Politik angekommen: Im März hatte der Kreistag mehrheitlich dem Antrag der CDU-Fraktion entsprochen, wonach in den Haushaltsjahren 2019 und 2020 den Vereinen beziehungsweise antragstellenden Kommunen für die finanzielle Förderung von Baumaßnahmen jeweils 500 000 Euro zur Verfügung gestellt werden. 

Knackpunkt in der Diskussion um die Verteilung der Mittel ist eine konkrete Richtlinie mit präzisen Grundsätzen. Eckpunkte dazu, zwölf an der Zahl, hatten CDU und FDP bereits in einem gemeinsamen Papier formuliert. Strittig ist dabei, inwieweit die Errichtung von Kunstrasenplätzen, die den Spielbetrieb der Fußballvereine sichern, bezuschusst werden sollen. Derartige Vorhaben werden derzeit in Heide, Büsum und Meldorf geplant. 

Im Sportausschuss des Kreises, der am Dienstagabend tagte, äußerten Vertreter aller Parteien deutliche Vorbehalte. Diese bezogen sich insbesondere auf das verwendete Oberflächenmaterial und die Bauweise. „Wir sollten Kunstrasen aus der Förderung nehmen“, sagte Martin Hanske von den Grünen. „Es gibt zu viele offene Fragen in puncto Umweltverträglichkeit und auch die Entsorgung ist ein großes Thema.“ Hanskes Kollegin Kerstin Hanert-Möller warnte vor „negativen ökologischen Folgen“. Andy Bruhn sprach sich kategorisch gegen synthetisches Grün auf Sportplätzen aus: „Es ist aus Umweltschutzgründen überhaupt nicht zu akzeptieren und ich verstehe nicht, warum dafür soviel Geld ausgegeben wird“, trug das Mitglied der Wählergemeinschaft Netzwerk Dithmarschen (WND) vor. 

FDP-Chefin Veronika Kolb bekommt bei der Alternative zum Naturrasen des Fußballfeldes so wörtlich „Bauchschmerzen“. Im Hinblick auf das Integrierte Klimaschutzkonzept, das der Kreis bereits 2013 verabschiedet hatte, habe sie beim Thema Kunstrasen Bedenken. Wie andere Ausschussmitglieder auch fehlten ihr generell „noch zu viele Informationen“ zur Umweltverträglichkeit einer solchen Spielstätte.