Heide

Kreuzstraße: Tempo-30 unter der Eisenbahnbrücke aufgehoben

Und plötzlich ist die 30er-Zone weg: Unter der Eisenbahnbrücke im Verlauf der Kreuzstraße und der Berliner Straße ist neuerdings Tempo 50 erlaubt.

Viele Autofahrer werden sich in jüngster Zeit verwundert die Augen gerieben haben, denn die seit einer gefühlten Ewigkeit bestehende Begrenzung auf 30 Stundenkilometer gibt es an der genannten Stelle nicht mehr. Kein Schild fordert die motorisierten Verkehrsteilnehmer dazu auf, vom Gas zu gehen und gemächlich durch die Unterführung zu fahren. Wer bislang vielleicht an ein Versäumnis geglaubt und die Installation der früheren Schilder erwartet hat, dem sei gesagt: Die Tempo-30-Zone ist wohl passé.

Anfang der 90er-Jahre war der einige Hundert Meter umfassende Bereich als Engstelle mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung ausgewiesen worden. „Faktisch, also laut den Maßen, war das schon damals keine Engstelle“, sagt Christoph Hecht. Ziel der freiwilligen Maßnahme der Stadt sei es gewesen, „Fußgänger und Fahrradfahrer zu schützen“, so der Pressesprecher der Stadt Heide. Hintergrund war die Tatsache, dass sich die Fahrbahn sowie der kombinierte Rad- und Fußweg auf fast demselben Niveau befunden hätten.

Im Zuge des Umbaus der Kreuzstraße sei die Situation dadurch entschärft worden, dass der Einbau richtiger Bordsteine zu einem regulären Höhenunterschied geführt habe. „Baulich wurde eine gute Lösung gefunden“, sagt Hecht. Fußgänger seien sicherer als vorher, und Radfahrer sollen ohnehin auf der Fahrbahn unterwegs sein: „Die Radwegebenutzungspflicht wurde aufgehoben.“ In Absprache mit der Polizei habe das Rathaus daher die 30er-Zone aufgehoben.

Ob die derzeitige Situation lange Bestand hat, ist durchaus fraglich. Der Straßenverlauf Kreuzstraße und Berliner Straße gilt laut dem unserer Zeitung vorliegenden Radverkehrskonzept, über das die Kommunalpolitiker demnächst beschließen müssen, als wichtige Ost-West-Verbindung. In dem fast 200-seitigen Papier wird die Verbesserung der Radführung am Rüsdorfer Kreisel mit seinen Zufahrten als Maßnahmen-Schwerpunkt genannt. Bezüglich der Kreuzstraße, so heißt es auf Seite 98 der Expertise, könnte eine solche Verbesserung im Bereich der Bahnunterführung in „ergänzenden verkehrsberuhigenden Maßnahmen“ liegen – „zum Beispiel Tempo 30“.