Burg

Planschbecken des Waldbades sorgt für Ärger

Ist das Planschbecken im Burger Waldbad nun zu reparieren oder muss ein neues her? Darüber gab es Streit während der jüngsten Gemeindevertretersitzung. 

Eigentlich sollten die Gemeindevertreter laut Tagesordnung den Vertragsabschluss mit einem Ingenieurbüro beschließen, damit das Waldbad in absehbarer Zeit ein neues Kinderplanschbecken bekommt. Doch dann geriet während der jüngsten Sitzung genau dieses Becken zum Zankapfel.

CDU-Gemeindevertreter Gerhard Schmoland verstand die Welt nicht mehr: „Ich werde mich im kommenden Sommer ins Waldbad stellen und jedem Papa und jeder Mama sagen, dass ihr Kind nicht mehr planschen kann, weil die Gemeinde nicht bereit war, 500 Euro auszugeben.“

Die Emotionen kochten hoch. Dabei schien eigentlich alles klar. Weil das Becken als irreparabel gilt und ein neues bestellt werden sollte, beschlossen die Gemeindevertreter noch wenige Minuten zuvor in trauter Einstimmigkeit, den Vertrag mit dem Ingenieurbüro Bornholt abzuschließen. Inhalt: prüfen, ob Becken mit Folie ausreicht oder ein deutlich teureres Edelstahlbecken her muss. Die Gemeinde hatte sich bisher mit dem Gedanken an die Edelstahlvariante angefreundet und einen Antrag auf Fördermittel gestellt.

Da man allerdings aus Hademarschen von guten Erfahrungen mit einem Becken auf Folienbasis erfuhr, sollten wieder beide Varianten geprüft werden. „Das Büro soll nicht zuletzt feststellen, ob es auch für das Folienbecken Fördermittel gibt. Falls ja, sollten wir das machen“, sagte Michael Kanzmeier (Burg aktiv). Im Vergleich würde Letzteres deutlich preiswerter, nämlich rund 70 000 Euro. Die Edelstahllösung würde locker mit 186 000 Euro zu Buche schlagen. Da ein neues Becken so schnell nicht verfügbar wäre, würde das jetzige defekte mit Sand verfüllt. Ein Planschbereich für die kleinsten Badbesucher würde vom großen Becken abgetrennt.

Der Streit entbrannte allerdings nicht an dieser Entscheidung: Der kam erst auf, als die Sozialausschuss-Vorsitzende Silvia Lenz (CDU) davon berichtete, dass das Becken nun offenbar doch relativ preisgünstig zu reparieren sei: „Wir bekommen zwei neue Pumpen für 1250 Euro, hinzu kämen noch 300 Euro für Folie.“ Kurz darauf teilte der amtierende Bürgermeister Harald Bolling (CDU) mit, dass er diese Pumpen bereits bestellt habe.

„Wie eiern hier ewig mit diesem Thema herum und werden in dem Glauben gelassen, das Becken sei nicht mehr zu retten, und wir müssten dringend ein neues haben, weil Zehntausende Liter Wasser weggeflossen seien. Und nun erfahren wir so ganz nebenbei, dass man es doch reparieren kann. Ich bin schon entsetzt über manche Aussagen der angeblichen Fachleute“, machte Stephan Sönnichsen-Berau (FDP) seinem Unmut Luft. „Es hieß zu jedem Zeitpunkt, man könne das Becken nicht mehr reparieren. Was soll das ganze Kuddelmuddel?“, wunderte sich auch Boje Lorenz (Burg aktiv). Noch deutlicher war Daniela Niebuhr: „Ich verliere hier so langsam den Glauben und das Vertrauen. Was stimmt denn nun? So etwas macht mich wirklich sauer“, sagte die Burg-aktiv-Gemeindevertreterin. Es erstaune sie sehr, dass trotz gegenteiliger Beschlusslage einfach so Pumpen bestellt werden. Bolling verteidigte seine Entscheidung: „Bevor wir 600 Euro zahlen, um das Becken mit Kies füllen zu lassen, sollten wir lieber diese überschaubare Summe ausgeben. Es würde sich auch nicht gut machen, wenn es im Jubiläumsjahr unseres Bades kein richtiges Planschbecken gibt.“ Daniela Niebuhr forderte, dass künftig nicht der Badbetriebsleiter allein solche fachliche Einschätzungen geben solle, die Grundlage von Entscheidungen werden. „Solche Themen müssen in den Fachausschüssen beraten und auch von der Verwaltung begleitet werden.“ Letztlich wurde beschlossen, dass der Ingenieurvertrag geändert werden soll. Das Büro soll prüfen, ob nicht doch eine Reparatur mit Betonsanierung möglich ist.