Nordermeldorf

Landwirte protestieren vor Nabu-Sitz

Landwirte haben nach der Großdemo in Kiel einen Abstecher nach Neumünster unternommen und dort symbolisch Heuballen vor die Nabu-Niederlassung gestellt. 

Auf einem Plakat, das die Landwirte mitgebracht haben, steht in großen Buchstaben: „Können wir euch helfen? Wir wissen, was wir tun, wir haben das gelernt.“ Die Landwirte wollen mit dieser Aktion ihrem Unmut Ausdruck verleihen über die ihrer Meinung nach völlig unzureichende Betreuung der Nabu-Koniks im Speicherkoog. 

Die Situation der Konik-Herde bleibt indes angespannt. Die Zahl toter Tiere ist auf sechs angestiegen. Es war am Mittwoch zur Mittagszeit als ein Ehepaar aus Bargenstedt beim Spazierengehen im Speicherkoog ein Konik-Fohlen entdeckte, das sich ihrer Meinung nach merkwürdig aufführte. „Es machte komische Bewegungen, zuckte in gewisser Art“, so der Spaziergänger. Als sie nachmittags erneut an der Koppel vorbeikamen, sei das Fohlen regungslos gewesen. Gegen 16 Uhr wurde das tote Fohlen von Kreis-Tierarzt Dr. Wulf Ladehoff abtransportiert. 

Nach Ansicht des Ehepaars aus Bargenstedt sei das Fohlen keine Totgeburt gewesen. Klar ist wohl, dass es sich um ein frisches Fohlen gehandelt hat, jedoch soll es nach Augenzeugenberichten lebend zur Welt gekommen sein und für eine gewisse Zeit gelebt haben. Eine Untersuchung des Tieres steht noch aus. Durch diesen neuen Fall sind insgesamt sechs Koniks in den vergangenen Tagen tot geborgen worden. Drei Fohlen sind zuvor tot geboren worden. Eine Stute wurde tot geborgen. Eine Untersuchung des Pferdes ergab später, dass die Todesursache wohl ein Kreislaufkollaps gewesen sei. Zudem ist eine weitere Stute, die zunächst noch völlig entkräftet von der Koppel geholt wurde, vor einigen Tagen verstorben. 

„Das Tier konnte aus eigener Kraft kaum noch aufstehen, es war völlig entkräftet. Wir hatten gehofft, es noch retten zu können, doch leider hat die Stute es nicht geschafft“, sagt Ulrike Bohle, Tierschützerin und Fotografin aus dem Meldorfer Umland, die beim Abtransport des Tieres mitgeholfen hatte. 

Die Nachricht der toten Konik-Pferde im Speicherkoog hat in den vergangenen Tagen für ein großes Maß an Trauer- und Wutbekundungen, insbesondere in den sozialen Medien, gesorgt. Zielscheibe des Ärgers ist vor allem der Nabu in Schleswig-Holstein, der Eigentümer der Konik-Pferde ist. 

Kommentar: Der Nabu macht es sich zu leicht, wenn er sagt, er habe die Aufgaben rund um die Betreuung der Koniks delegiert. Er macht es sich zu leicht, wenn er sagt, beauftragte Tierhalter hätten sich vertraglich zur Betreuung verpflichtet und wären der Aufgabe nicht angemessen nachgekommen. Der Nabu ist Eigentümer der Pferde, fertig, aus. Somit ist der Nabu in letzter Instanz auch für das Wohlergehen der Tiere verantwortlich. Ich gebe ja auch nicht mein Kind an eine Tagesmutter ab, lass‘ es verhungern, zeige dann mit dem Finger auf sie und sage, ich bin frei von jeder Schuld. Sicherlich ist nicht der Nabu alleine Schuld, er trägt als Eigentümer der Tiere aber den Großteil der Schuld. Wie dann auch noch von Seiten des Nabu versucht wird, sich herauszureden und den Schwarzen Peter weiterzuschieben, ist unerträglich. Wer einen Fehler gemacht hat, sollte dazu stehen und diesen schnellstmöglich ausbügeln. Genauso wenig in Ordnung ist aber, wenn Menschen in der Anonymität des Internets persönliche Rachegelüste gegen die Nabu-Verantwortlichen öffentlich machen. Das schürt nur noch mehr schlechte Stimmung und hilft niemandem. An allererster Stelle muss es um das Wohl der Pferde gehen und um nichts anderes. Das muss jetzt die oberste Devise sein, alles andere ist zweitrangig.