Burg

Leichenfund in Burg: Tatverdächtiger ist unschuldig

Mehr als neun Monate nachdem ein 47-Jähriger tot in seiner Wohnung in Burg aufgefunden wurde, haben Polizei und Staatsanwaltschaft nun die Ermittlungen eingestellt. Der Tatverdächtige ist unschuldig.

An jenem tragischen Sonnabend im Mai waren die First Responder der Feuerwehr Burg kurz vor 20 Uhr alarmiert worden. In einem Haus an der Buchholzer Straße fanden die Rettungskräfte einen leblosen Mann vor. Mehrere Reanimationsversuche scheiterten, sie konnten nur noch den Tod des Mannes feststellen.

Die Lebenspartnerin hatte den 47-Jährigen, der vor wenigen Jahren aus dem Rheinland nach Dithmarschen gezogen war, zuvor in seiner Wohnung gefunden und die Polizei und Rettungskräfte gerufen. Am Abend des 11. Mai hatte es in der Wohnung des Opfers eine körperliche Auseinandersetzung gegeben. Bis in die Nacht hinein sicherten Beamte der Kriminalpolizei Spuren, fanden schnell einen mutmaßlichen Tatverdächtigen und nahmen ihn fest. Ein Haftbefehl wurde gegen den Mann jedoch nicht erlassen.

Hamburger Rechtsmediziner obduzierten den 47-Jährigen. Nach der Autopsie kamen sie zu dem Schluss, dass der Mann an seinem eigenen Blut erstickt war. Der Körper wies zudem einige Verletzungen auf. Lange Zeit stand der Verdacht der Körperverletzung mit Todesfolge im Raum. 

Nach der Auswertung von Zeugenaussagen und weiteren rechtsmedizinischen Gutachten sei das Ermittlungsverfahren nun eingestellt worden, sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft Itzehoe, Peter Müller-Rakow, auf Nachfrage. Mehrere Gründe haben zu diesem Ergebnis geführt: Zum einen könne eine Notwehrsituation in der Wohnung des 47-Jährigen nicht ausgeschlossen werden. „Dann hätte der Beschuldigte gerechtfertigt gehandelt.“ Zum anderen sei nicht sicher nachzuweisen, dass „im Rahmen der Notwehr zugefügten Körperverletzungen zum Todeseintritt führten“. Ein Sturz oder gar mehrere nach der Auseinandersetzung können auch der Grund dafür sein, warum der 47-Jährige gestorben ist. Zu dem Zeitpunkt jedoch sei der Beschuldigte nicht mehr in der Wohnung des Toten gewesen, so Müller-Rakow. 

Staatsanwaltschaft und Polizei konnten auch den Verdacht der unterlassenen Hilfeleistung nicht erhärten. „Der Beschuldigte ging unwiderlegbar davon aus, dass er den Geschädigten schlafend in der Wohnung zurückließ und dieser eben nicht schwer verletzt war“, sagt Müller-Rakow.