Brunsbüttel

LNG-Terminal: Investoren beantragen Genehmigung

Die Investorengesellschaft German LNG Terminal will die Gehmigung für das geplante Flüssigerdgasterminal in Brunsbüttel mit einer Kapazität von acht Milliarden Kubikmeter pro Jahr beantragen. Das hat das Unternehmen gestern mitgeteilt. 

Wenn die Genehmigung vorliege, solle Ende dieses Jahres eine Investitionsentscheidung fallen, so Rolf Brouwer, Geschäftsführer der German LNG Terminal. Der Bau würde 2020 beginnen, sodass das Terminal voraussichtlich 2022 in Betrieb gehen könne. Passend zur Konferenz zum Thema LNG mit deutschen und amerikanischen Unternehmen, die gestern in Berlin mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) veranstaltet wurde, gibt die Gesellschaft außerdem bekannt, dass sie einen großen Kunden gewonnen habe. Den Namen nennt sie nicht. Es gehe aber um die langfristige Nutzung eines beträchtlichen Teils des künftigen Terminals. Bereits im September hatte der RWE-Konzern einen Vorvertrag mit dem Brunsbütteler Konsortium geschlossen. 

Für das LNG-Projekt in Brunsbüttel stehen die Zeichen offenbar gut. Deutschland will künftig mehr Flüssigerdgas aus den USA einführen. Dazu sollen mit staatlicher Förderung mindestens zwei neue LNG-Terminals in Norddeutschland gebaut werden. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sagte gestern in Berlin, er rechne mit einer Entscheidung in den nächsten Wochen: „Ich sehe an mindestens zwei Standorten die Chance, dass wir rasch etwas verwirklichen können.“ Der Wirtschaftsminister kündigte zudem an, die Gasnetzbetreiber zu verpflichten, LNG-Terminals ans Gas-Fernleitungsnetz anzuschließen. Damit würde er eine Entscheidung der Bundesnetzagentur korrigieren, nach der die Betreiber des Terminals in Brunsbüttel selbst für den Anschluss an das Fernleitungsnetz sorgen müssten. Das hätte das Projekt in Brunsbüttel um 80 Millionen Euro verteuert.

FDP-Landtagsabgeordneter Oliver Kumbartzky ist erfreut: „Die Zeichen aus dem Bundeswirtschaftsministerium stehen klar auf LNG. Das ist eine gute industriepolitische Nachricht für Schleswig-Holstein und Brunsbüttel. Die Leitungsanbindung gehört ganz klar in die Verantwortung der Fernleitungsnetzbetreiber, um eine Gleichbehandlung mit Pipelinegas sicherzustellen.“ 

In Deutschland werde in einer Übergangszeit künftig mehr Gas zur Energieversorgung benötigt, wie Altmaier sagte. Deutschland steigt bis Ende 2022 aus der Kernenergie aus. Bis Ende 2038 soll nach einem Konzept einer Regierungskommission zudem schrittweise die Kohleverstromung auslaufen. Die Bundesregierung will den Terminalbau mit staatlichen Fördergeldern unterstützen. Altmaier sprach von „substanziellen“, aber zugleich überschaubaren Beiträgen. Eine konkrete Summe wollte er nicht nennen. Es gebe verschiedene Fördertöpfe. In Deutschland gibt es bisher noch kein Importterminal für LNG. Letztlich entscheiden private Investoren, ob sie rund 500 Millionen Euro für ein solches Projekt riskieren wollen. Als mögliche Standorte für Terminals zum LNG-Import konkurriert Brunsbüttel mit Wilhelmshaven und Stade. „Brunsbüttel ist meines Erachtens aber weiter vorne im Wettbewerb“, sagte Frank Schnabel, Sprecher der Werkleiterrunde im Anschluss an die Konferenz.

Kritik am Kurs Altmaiers kam von der Opposition. Der Linke-Wirtschaftspolitiker Klaus Ernst sagte: „Deutschland braucht kein Fracking-Gas aus den USA.“ Das Erdgas wird in den USA nach einer umstrittenen Methode aus tiefem Gestein gefördert. Die Grünen-Politikerin Julia Verlinden sagte: „LNG-Exporteure zu hofieren, die gefracktes Gas nach Deutschland verkaufen wollen, ist ein Schlag ins Gesicht für alle, die sich seit Jahren für ein striktes Fracking-Verbot einsetzen.“

Aus Sicht des Energieverbandes BDEW kann verflüssigtes Erdgas die Versorgungssicherheit in Deutschland und Europa stärken.