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Marktfrieden vor der Rückkehr: Brautpaar vorgestellt

Das Warten hat ein Ende. Zumindest fast. Im Sommer wird nach drei Jahren Pause wieder der Marktfrieden gefeiert. Beim Mittelalterfest wird es auch wieder eine traditionelle Hochzeit geben. Die Vorbereitungen laufen. 

Kristin Grobelski war noch keine vier Jahre alt, als sie beim Marktfrieden die Dithmarscher Buernhochtied sah und wusste: „So will ich auch einmal heiraten.“ 25 Jahre später erfüllt sich ihr Traum. Die Heiderin und der Brunsbütteler Niko Borchers sind das neue Marktfrieden-Brautpaar. 

Vom 4. bis zum 7. Juli wird der 15. Heider Marktfrieden veranstaltet, erstmals nach einer dreijährigen Pause. „Die Buernhochtied ist dabei eine der besonderen Höhepunkte“, sagt Bürgermeister Oliver Schmidt-Gutzat.

Zwei Bewerbungen möglicher Marktfrieden-Brautpaare hatten der Stadt vorgelegen. „Nach einem Kennenlernabend haben wir uns für die beiden entschieden“, sagt Hartmut Kanzmeier, im Rathaus federführend bei der Organisation des Festes. Die Stadt wünscht sich dabei, dass das Brautpaar wenigstens eine mittelbare Verbindung zur Landwirtschaft hat. „Und Plattdeutsch-Kenntnisse sind auch immer ganz schön“, sagt Kanzmeier.

 

Niko Borchers hat den landwirtschaftlichen Hintergrund über seine Großmutter. „Sie hat einen Hof in Neufeld“, sagt der 32-Jährige, der aus Neufeld stammt und in Brunsbüttel lebt. „Meine Eltern und Großeltern haben mit mir Platt gesprochen“, sagt er zum zweiten Kriterium. „Ich verstehe alles, aber beim Sprechen gibt es schon eine gewisse Hemmschwelle.“ Bis zum Marktfrieden will er seine Kenntnisse aber noch auffrischen. 

Seine künftige Ehefrau ist schon kräftig dabei. „Mir geht es mit dem Verstehen und Sprechen ähnlich“, sagt Kristin Grobelski, die wie Niko Borchers im Einzelhandel tätig ist. „Ich übe schon einmal, indem ich älteren Kunden, die mit mir Plattdeutsch sprechen, auch so antworte.“ Für das Mittelalter hatte sie schon früh ein Faible, sagt sie – und besonders zum Marktfrieden, auf dem die Buernhochtied sie einst so beeindruckte. „Da bin ich immer mit meinem Großvater gewesen.“

Die beiden vergangenen Marktfrieden in den Jahren 2014 und 2016 besuchten Niko Borchers und Kristin Grobelski gemeinsam. 2019 wird das auch wieder so sein – diesmal stehen sie im Mittelpunkt. Manch anderes Paar wird dadurch abgeschreckt. „Das ist schon nicht ohne“, sagt Kai Tange, Vorsitzender des Marktfrieden-Fördervereins. „So in der Öffentlichkeit zu stehen, ist nicht für jedermann passend.“ Niko Borchers und Kristin Grobelski lassen sich davon nicht stören. „Wenn wir nicht das Marktfrieden-Brautpaar geworden wären, hätten wir noch nicht geheiratet“, sagt die Heiderin. 

Die Stadt Heide dankt es dem Brautpaar nicht nur mit der Ausrichtung der Hochzeit. Sie übernimmt auch die Kosten für eine Hochzeitsfeier mit 30 Gästen. „Damit kommen wir nicht aus“, sagt Kristin Grobelski: Die über diesen Rahmen hinausgehenden Ausgaben trägt das Brautpaar. Der Dank der Stadt für die Übernahme einiger Repräsentationsaufgaben enthält aber noch ein Wochenende in der Partnerstadt, dem baden-württembergischen Freudenstadt. „Vielleicht können Sie einen Zollstock mitnehmen“, sagt Schmidt-Gutzat. Bekanntlich gilt der Platz im Freudenstädter Zentrum als der größte bebaute, die Heider Fläche hingegen als der größte unbebaute Marktplatz Deutschlands.