Heide

Marktkauf bleibt Marktkauf: Center wird bald privat betrieben

Es ist für Heide eine wichtige Nachricht: Das Marktkauf-Center wird ab Mitte Oktober vom bisherigen Marktleiter Heiko Lorenzen privat geführt. Eine Umfirmierung zu Edeka soll es nicht geben.

Es ist ein wohlüberlegter Schritt, zu dem sich Heiko Lorenzen entschlossen hat: Der 36-Jährige wird den Marktkauf-Standort ab 15. Oktober als eigenständiger Unternehmer weiterführen. Für den gebürtigen Schleswiger, der in Heide wohnt und sich hier nach eigenen Worten sehr wohl fühlt, ist es eine konsequente Entscheidung und eine Herausforderung. „Ich war als Marktleiter sehr glücklich, aber ich möchte nun den Schritt weiter zum Unternehmer machen“, sagt Lorenzen. Bei seiner Selbstständigkeit stehe die Edeka Nord-Gruppe voll hinter ihm. Alle 70 Mitarbeiter will er übernehmen – auch alle Facheinzelhändler, die sich im Center befinden, sollen bleiben. 

Dennoch wird sich für den Kunden etwas ändern. Von der oberen Etage will sich Lorenzen verabschieden. Dort ist auf 3500 Quadratmeter bis dato alles zu finden: von der schicken Deko über Fernseher bis hin zum Fahrrad und diversen Haushaltsartikeln. Nicht ohne Grund, wie Lorenzen meint: „Es gibt viele Kunden, die oben gerne bummeln und stöbern, aber unterm Strich wird zu wenig verkauft.“ Im künftigen Sortiment wird es keine Fernseher oder Weißgeräte sowie Fahrräder mehr geben. Auch die CD- und DVD-Abteilung wird ausrangiert. „Der Online-Handel ist zu stark“, sagt der gelernte Verkäufer. Stattdessen setzt Lorenzen im sogenannten Non-Food-Bereich auf Drogerie-Artikel, Tiernahrung und Haushaltswaren einschließlich Elektrokleingeräte wie Fön, Toaster oder Handrührgeräte. 

Nach dem Umbau, der während der Öffnungszeiten erfolgen soll und eine mittlere sechsstellige Summe verschlingen wird, präsentiert sich der Markt nur im Erdgeschoss – auf 2500 Quadratmetern. „Der Kunde will heute schnell und bequem einkaufen“, sagt Lorenzen. Ohnehin seien die Zeiten für SB-Märkte gezählt. Was die Politik von Edeka Nord beweist: Ein Teil der zehn Marktkauf-Center im Norden ist bereits privatisiert und selbstständig von Kaufleuten wie Lorenzen geführt. Marktkauf ist eine einhundertprozentige Tochter von Edeka Nord. 

Von der Überlegung, das Center in Heide unter Edeka weiterzuführen, hat sich Lorenzen zunächst getrennt. „Seit diesem Jahr gibt es Marktkauf 30 Jahre in Heide und hat dadurch einen hohen Bekanntheitsgrad und eine hohe Akzeptanz“, sagt Lorenzen. Abgesehen davon arbeite man schon jetzt eng bei der Produktpalette mit Edeka zusammen. Diese Beziehung will er nun noch weiter intensivieren – vor allem auch bei den Lebensmitteln. Zwar werde das Angebot ein wenig „komprimiert“, aber der Frische-Bereich soll laut dem künftigen Supermarkt-Betreiber weiter in den Vordergrund gerückt werden. Das Untergeschoss wird Lorenzen von der Edeka Nord anmieten. Das Obergeschoss will der Konzern vermieten – an wen und in welcher Form ist offen. Als Ansprechpartner für Interessenten steht Lorenzen nach eigenen Worten zur Verfügung. 

Auch wenn die meisten Mitarbeiter es bereits vorher erfahren haben, hat Lorenzen am Donnerstag die gesamte Belegschaft im Rahmen einer Betriebsversammlung informiert. Klarheit und Offenheit seien ihm wichtig, sagt er. Auch die Geschäftsführung von Edeka Nord sei dabei gewesen. 

Nun zählt der 36-Jährige schon die Tage. Am 14. Oktober wird Marktkauf geschlossen bleiben – für eine Übergabeinventur. Ab dem 15. Oktober dann ist Lorenzen Herr im Haus.