Marne

Marner Stadtfest ist eröffnet

Wenn die Beugelbuddelbeerflaschen ploppen, dann geht es los: Drei Tage lang dreht sich in Marne (fast) alles um den Kohl. Bürgermeister Klaus Braak (CDU) spricht von 25 000 bis 30 000 Gästen, die jedes Jahr das Marner Stadtfest besuchen.

Ute Borwieck-Dethlefs (CDU) hat das Stadtfest schon besucht, als sie noch gar nicht Kreispräsidentin war. „Es ist unheimlich schön“, sagt sie, „sehr groß, vielfältig und ausgesprochen fröhlich.“ Viele Menschen teilen diese Meinung: Bürgermeister Klaus Braak (CDU) spricht von 25 000 bis 30 000 Gästen, die jedes Jahr nach Marne kommen. Mehr als am Rosenmontag. Einer von ihnen ist Peter Quirin, der Erfinder und Vater der Dithmarscher Kohltage. Auch wenn er seit vielen Jahren bei der Eröffnung dabei ist, wird ihm das nicht langweilig. „Es verändert sich immer wieder etwas“, sagt er und grinst: „Außerdem gucke ich genau, wie mein Baby wächst.“

Für Ute Borwieck-Dethlefs ist das Stadtfest nicht nur ein Grund zu feiern. Sie legt den Besuchern der Eröffnung ans Herz, sich auch auf das zu besinnen, was Kohl eigentlich sei – nämlich der Hauptexportschlager – und dass Dithmarschen das den Landwirten zu verdanken habe. „Das ist noch echte Handarbeit“, sagt sie und findet so etwas heute nicht selbstverständlich. „Wir sollten dankbar sein, dass die Landwirte unsere Ernährung mit hochwertigen und nachhaltigen Produkten sicherstellen und sie nicht pauschal als Umweltsünder und Tierquäler verurteilen“, fordert sie. 

Während des obligatorischen Rundgangs durch die Innenstadt weiht Hepke I. ihre Platte auf dem Kohlregentinnenstieg ein. Da sind die Teilnehmer schon am Stand von Winfried Knop vorbei. Der Heider kreiert jedes Jahr etwas Neues – abseits von Kohlpfanne und -rouladen. 2017 hat er beim Kohlanschnitt auf dem Hof von Hans-Jürgen Timm in Friedrichskoog Senfeis angeboten, diesmal ist es Schokoladenrotkohlkäsebratwurst mit Sanddornmarmelade. Die offiziellen Gäste der Eröffnung reagieren etwas skeptisch auf diese Zusammenstellung und verschieben eine Kostprobe. Ganz anders als Ilona Keith aus Kaltenkirchen, die seit Jahren eifrige Stadtfestbesucherin ist. „Ich bin angenehm überrascht“, sagt sie, „man schmeckt die Schokolade, und trotzdem ist die Wurst noch scharf.“