HEIDE

Mehr Fahrtwind für Neubau in Heide-Ost nötig

Bereits seit 2016 wird über die künftige Ausrichtung des Schulzentrums Heide Ost (SZHO) diskutiert. Varianten wurden vorgestellt und wieder verworfen, Kostenschätzungen gewälzt. In der Debatte ist auch schon manch böses Wort unter Fraktionsmitgliedern gefallen. Nun aber könnte es endlich vorangehen.

Das im Rahmen des geplanten Neubaus erarbeitete Raumkonzept sieht nach dem jüngsten Beschluss des gemeinsam tagenden Bau- und Schulausschusses jetzt eine Nutzfläche von 12 300 Quadratmetern vor. Außerdem soll die bauliche Substanz des Kulturforums und weiterer sechs Unterrichtsräume geprüft werden. Denn mit einer möglichen Ertüchtigung der Objekte könnten die Gesamtkosten nach Einschätzung der beauftragten Lübecker PPP Architekten und Stadtplaner von derzeit kalkulierten 59,5 Millionen Euro reduziert werden.

Wie sieht die Schule von morgen aus? In welchen Raumgrößen lässt sich pädagogisch am besten lernen? Vor allem aber: Ist das geplante Bildungsprojekt angesichts der hohen Verschuldung Heides finanziell überhaupt zu stemmen? Auf dem Hintergrund dieser und zig anderer Fragen wissen die Beteiligten zumindest eines: Das Schulzentrum Heide-Ost ist nach 45 Jahren so marode, dass der Betrieb nur noch mit Mühe aufrechterhalten werden kann.

Seit vergangenem Herbst ist die Marschrichtung klar: Von ihrem ursprünglichen Beschluss für eine Teilsanierung mit Neubau sind die Fraktionen der Ratsversammlung wieder abgewichen. Der gesamte Komplex mit Gymnasium und Gemeinschaftsschule soll für rund 1500 Jugendliche neu errichtet werden. Grundlage der Berechnung sind die aktuellen Schülerzahlen zusätzlich eines kleinen Puffers. Neben dem noch räumlich getrennten Friedrich-Elvers-Förderzentrum soll nach dem Stand der Dinge auch die Volkshochschule integriert werden.

Außer den Fachleuten im städtischen Bauamt und den Architekten spielt der Projektsteuerer in Gestalt der Hamburger BMP Baumanagement GmbH eine wichtige Rolle. Dessen Vertreter Andreas Berlingen schrieb den politischen Entscheidungsträgern deutliche Worte ins Stammbuch. „Es sollte jetzt der Vorentwurf für das Projekt geschärft werden“, betonte er. „Je länger wir warten, desto teurer wird es.“ Laut seinen Aussagen „schießen die Baupreise gerade durch die Decke. Es geht ziemlich nach oben.“ Nils Dethlefs von den PPP Architekten rechnet mit einer Planungszeit von rund drei Jahren. „Wenn alle Termine eingehalten werden, könnte der Baubeginn voraussichtlich im Sommer 2023 erfolgen.“

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