Marne

Mit vier Stunden Verspätung in die neue Session

Die Marner Karnevalisten haben ihre 51. Session im Rathaus eröffnet, mit viel Musik und vielen Tänzen. Bis zum 24. Februar, also Rosenmontag, folgen vier Sitzungen und der Kinderfasching. 

Die Marner Karnevalisten sind später dran als ihre närrischen Kollegen im Rheinland: Sie haben gestern die Session nicht um 11.11 Uhr, sondern um 15.11 Uhr eröffnet. Der Grund liegt auf der Hand: Die Gardemädchen haben vormittags Schule.

Wenn Bürgermeister Klaus Braak (CDU) von roten Massen spricht, dann meint er natürlich nicht die Sozialdemokraten in der Stadtvertretung, sondern die MKG. Die nahm gestern viel Platz im Rathaus ein: Prinzenpaar und Kinderprinzessin, Elferrat, Musketiere, MKG-Kids und Kindergarden, Tanzmariechen und der neue Musikzug – fast alle in Rot-Weiß. 

Die 51. Session ist nicht allzu lang: Rosenmontag ist bereits am 24. Februar, und Aschermittwoch ist bekanntlich alles vorbei. Dazwischen liegen vier Sitzungen: am Freitag, 7. Februar, die große Prunksitzung am Nachmittag, gefolgt von der am Sonnabend einen Tag später. Die zweite Prunksitzung ist für den 15. Februar geplant, der Nachwuchs kommt am 16. Februar zum Zug, und am 23. Februar wird Kinderfasching im Festzelt auf dem Ochsenmarkt gefeiert. MKG-Präsident Heiko Claußen denkt allerdings schon weiter: „2023 werden wir 55 Jahre alt“, sagt er. Das große Ziel sei die Teilnahme an der Steuben-Parade in New York – mit dem Musikzug, der zwar schon seit einem guten Jahr bestehe, aber dafür bestimmt noch kräftig üben müsse. Noch haben die Musiker Unterstützung von Kollegen des VfB Brunsbüttel, doch je besser die Töne der Karnevalisten klingen, desto mehr wollen sich die Schleusenstädter zurückziehen.

MKG-Kids, Kinder- und große Garden haben kaum genug Platz im Foyer vor dem Sitzungssaal, um zu tanzen. Ringsherum drängen sich nicht nur Kommunalpolitiker und Verwaltungsmitarbeiter, sondern auch viele Mütter, die die Auftritte ihrer Lütten nicht versäumen wollen. Während die ganz Kleinen, die Mini-Kids, noch mit einem großen Lutscher und dem Lied Lollipop antreten und von Sylvia Nagel und Susan Jürgens Schritte und Bewegungen genau vorgemacht bekommen, können die Größeren auf so etwas schon verzichten. Bei den fetzigen Tänzen und Melodien greift die närrische Stimmung schnell auf die Zuschauer über, die im Takt mitklatschen. Der Elferrat hat sich mehr oder weniger diskret zurückgezogen und verfolgt das Geschehen stehend auf den Sitzbänken vor den Erkerfenstern. 

Klaus Braak weiß, was er beziehungsweise die Stadt an der Karnevalsgesellschaft hat, die einer der größten Werbeträger Marnes ist. „Die eine oder andere Narretei können wir im Rathaus aber auch ohne die MKG“, sagt er – und bekommt fast postwendend eine passende Antwort zurück. „Unser Finanzminister Charly Rolfs ist ein Musterbeispiel dafür, dass man nur das Geld ausgeben soll, das man zur Verfügung hat“, so Heiko Claußen. Daran könnte sich die Stadt doch bitteschön auch halten. 

Noch hat sie Zeit, goldene Taler in einer großen Kiste zu sammeln, wenn auch nur aus Schokolade: Rosenmontag wird dieses Geld dann mit vollen Händen unters Volk geworfen.