Meldorf

Nabu macht Schluss mit Koniks

Es hatte sich bereits abgezeichnet, nun ist es offiziell: Der Nabu steigt aus der Konik-Haltung im Speicherkoog aus. Spätestens zum Jahresende soll der Vertrag mit dem Kreis gekündigt werden.

Der Beschluss, mit den Koniks Schluss zu machen, wurde im Rahmen einer außerordentlichen Sitzung des Nabu-Landesvorstands am Sonnabend, 14. März, in Neumünster getroffen. „Wir wollen aus der Haltung aussteigen, spätestens zum Jahresende, wenn möglich auch früher“, sagt Nabu-Geschäftsführer Ingo Ludwichowski. Der Entscheidung vorausgegangen war ein heftiger Streit über die Zuständigkeiten in der Konik-Betreuung mit dem Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR). Dabei ging es unter anderem um Gelder für eine Fanganlage, die angeblich nicht bewilligt wurden, und allgemein um die Frage, wer letztlich die Hauptschuld in der Konik-Krise mit inzwischen mindestens zehn toten Wildpferden trägt.

„Wir können nicht weiter ein solches Projekt mittragen, wenn uns von unseren Partnern solche Vorwürfe gemacht werden und uns so wenig Vertrauen entgegengebracht wird. Das macht keinen Sinn mehr“, so Ingo Ludwichowski kürzlich. Deshalb stehe der Nabu für das Konik-Projekt künftig nicht mehr zur Verfügung.

Doch gibt Ludwichowski auch zu bedenken, dass ein geregelter Übergang gewährleistet werden müsse. Es gebe bereits ein paar Interessenten für die Rolle der neuen Eigentümer der Wildpferde, jedoch sei noch nichts davon spruchreif, so der Nabu-Geschäftsführer.

Ebenfalls beschlossen hat der Nabu am vergangenen Sonnabend einige weitere Richtlinien rund um die Koniks im Speicherkoog. So hat der Nabu in den  Landesvorstand ab sofort eine ehrenamtlich tätige Konik-Referentin berufen. Zudem ist die bisher geltende Regelung für die Landwirte, die Koniks einmal täglich in Augenschein zu nehmen, - auch aufgrund der Empfehlung des Kreisveterinärs - auf dreimal täglich erhöht worden.

Inzwischen sind im Zuge der Konik-Krise mindestens zehn Wildpferde tot. Das hat der Nabu offiziell bestätigt. Unter den toten Pferden sind vier Stuten und sechs Fohlen. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in dieser Sache laufen.