Brunsbüttel

Nach der Typisierung ist vor der Wattolümpiade

Mit einer 25.000-Euro-Spende an die DKMS enden die Benefizaktionen des Wattolümpiaden-Vereins für dieses Jahr. Nun richtet sich alle Aufmerksamkeit auf die Vorbereitung der nächsten Wattkämpfe am 15. August 2020. 

Bei den Wattolümpioniken ist alles anders. Darum darf ihr Jahr bereits im August zu Ende gehen. Ihre Benefizaktionen zugunsten der Krebsbetroffenen sind für 2019 erfolgreich abgeschlossen.

Nun beginnen die Vorbereitungen für die Wattolümpiade im kommenden Jahr. Die schmutzigen Wettkämpfe für eine saubere Sache starten in fast auf den Tag genau einem Jahr, am 15. August 2020. Es werden die 14. wattolümpischen Spiele vor dem Brunsbütteler Elbdeich sein, deren Erlös wieder Krebsbetroffenen zugute kommt.

Die Bilanz dieses Jahres darf sich sehen lassen: 468 Menschen haben sich bei der großangelegten Typisierungsaktion Ende Mai als potenzielle Stammzellenspender zur Heilung von Blutkrebserkrankten in der Knochenmarkspenderdatei DKMS registrieren lassen. Die Aktion wurde durch das Benefizkonzert der Gruppe Fury in the Slaughterhouse im vergangenen Herbst im Elbeforum unterstützt. Nun überreichte der Wattikan der DKMS zudem eine Spende von 25 000 Euro. Denn die Analyse der genetischen Merkmale und deren Registrierung koste jeweils 35 Euro, so Kristin Breuer, Vorstandsmitglied der DKMS. Das sind gut 16 000 Euro für die neu gewonnenen potenziellen Spender. Die Kosten dafür übernimmt der Verein und stockte die Summe zugunsten der lebensrettenden Arbeit auf 25 000 Euro auf.

Leben gerettet 

Unter den mehr als 800 potenziellen Stammzellenspendern, die sich bei den Typisierungsaktionen des Wattolümpiaden-Vereins im Jahr 2012 und in diesem Mai registrieren ließen, sind bereits drei gefunden worden, die mit einer tatsächlichen Spende das Leben eines Leukämie-Erkrankten retten konnten, sagt Kristin Breuer von der DKMS. In den meisten Fälle reiche es aus, sein Blut abzugeben, erklärt sie. Das Blut werde dem Spender aus dem einen Arm entzogen, die Stammzellen entnommen, und das Blut danach in dem anderen Arm wieder dem Körper zugeführt. Die Prozedur dauere zirka drei bis vier Stunden. Nur in 20 Prozent der Fälle sei es notwendig, die Stammzellen per Operation unter Vollnarkose aus dem Beckenkamm zu entnehmen. Der Spender werde dann vorher erneut um sein Einverständnis gebeten.

Dazu trug der Rotary-Club Kiel Düsterbrook mit einer großzügigen Summe bei. Dessen ehemaliger Vorsitzender, Professor Dr. Joachim Krause, ist Wattolümpiaden-Initiator Jens Rusch seit vielen Jahren freundschaftlich verbunden und findet in seinen Club-Mitgliedern überzeugte Mitstreiter für das Vereins-Engagement zur Unterstützung von Krebspatienten an der Westküste. Insgesamt mehr als 400 000 Euro haben die Benefizaktionen der Olümpia-Macher im Rahmen ihrer Initiative „Stark gegen Krebs“ seit 2004 eingebracht. Ein Großteil der Zuwendungen daraus erhält das Krebsberatungszentrum Westküste in der Brunsbütteler Koogstraße, dessen umfangreiches Angebot für Betroffene und Angehörige in Kooperation mit der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft von den Benefizerlösen finanziell getragen wird.

In Entwicklung ist zudem das Konzept für ein Palliativ-Hospiz, das zusammen mit Dr. Thomas Thomsen, Chefarzt der Inneren Medizin und ärztlicher Direktor des Westküstenklinikums in Brunsbüttel, erarbeitet wird, kündigt Jens Rusch an. Verlässliche Mitstreiter für die gute Sache sind seit Beginn der Wattolümpiade die Musiker von Fury in the Slaughterhouse, deren Frontmann Kai Wingenfelder ebenfalls bei der Spendenübergabe auf dem Podium saß: „Wir leben unseren Traum. Uns wurde das ermöglicht“, sagt Wingenfelder im Gespräch mit Wattikan-Mitglied Michael Behrendt. „Wir sind der Meinung, wenn man so viel bekommt, dann sollte man auch viel zurückgeben.“

Die Anmeldung für die nächsten Wattkämpfe ist, wie üblich, am Neujahrsmittag, Punkt 12 Uhr. Ein langes Katerfrühstück ist für Interessenten nicht angesagt: Erfahrungsgemäß sind die begrenzten Startplätze binnen kürzester Zeit vergeben.