— Heide —

Neues Buch aus dem Boyens Buchverlag ergründet die Identität Dithmarschens

von Stefan Schmid Freitag, 19. Oktober 2018 20:00 Uhr


Heide -

Worin liegt der eigentliche Reiz von Dithmarschen, wo die Identität des Kreises an der Westküste? Das versucht der Autor Carsten Dürkob in seinem Buch „Dithmarschen – Eine Einladung“, erschienen im Boyens Buchverlag, zu ergründen. Herausgekommen ist ein etwas anderes Heimatbuch.

Alles Kohl, oder was? Jein, sagt der 55-jährige Sachbuchautor bei der Vorstellung seines Buches bei Boyens Medien. Das runde Gemüse ist für den in Wedel lebenden Dürkob ein Stück Dithmarscher Identität und Klischee zugleich. Doch was liegt hinter dem Schubladenbild, das Auswärtige oft von dem eigentümlichen Landstrich an der Westküste haben? Wer hier wohnt und lebt, weiß um den doofen Schnack: Man sieht mittwochs bereits, wer freitags zu Besuch kommt. Weil alles so platt ist. Genau darin liegt aus Sicht von Dürkob auch der Reiz – im „Understatetment, in der Tatsache, dass die Marketing-Bilder, die eine Region durch Emotionalisierung begehrenswert zu machen strebe, und die üblichen Attraktionen hier nicht zu finden sind“, schreibt der Autor im Vorwort.

Also machte er sich immer wieder von Wedel aus auf den Weg nach Dithmarschen, um die Region zu ergründen – ihre Geschichte, ihre Kulturgeschichte, ihre Landschaften und das tägliche Leben. Das Ganze auch noch aus einem anderen Blickwinkel – dem eines Literaturwissenschaftlers, der sich der Literatursoziologie verpflichtet fühlt. Diese Herangehensweise sei für ein Dithmarschen-Buch des Boyens Buchverlags bisher neu, so Verlagsleiter Bernd Rachuth. „Er nutzt ein vollkommen anderes Instrumentarium als ein Historiker oder Geowissenschaftler. Er fängt an, in Dithmarschen zu lesen.“ Am Ende könne der Leser den Autoren durch die Rundtouren durch verschiedene Zeit- und Geschichtsebenen begleiten. „Der Leser kann die Strecken des Autors selbst nachfahren oder sie beim Lesen nachfühlen.“

Das Dithmarschen-Buch von Dürkob ist daher auch ein geisteswissenschaftlicher Streifzug durch das, was die Identität der Region ausmacht: vom Deichbau über die Bauernrepublik bis hin zur typischen Landschaft und den schönen Künsten. Dabei schaut sich Dürkob alles von außen an, bezieht alle möglichen Einflüsse mit ein. Nach dem Motto: „Nichts, was wir sehen, ist reiner Zufall.“ Damit meint der Autor sogar die Straße, die auf einmal eine scharfe Linkskurve macht. Oder die Tatsache, dass es zum Meldorfer Dom hinaufgeht – und beim Landwirtschaftsmuseum hinunter. Für Dürkob immer noch ein deutlicher Hinweis auf den früheren Verlauf der Küstenlinie. Ganz zum Schluss des Buches kehrt der Autor zum Klischee zurück – und beleuchtet noch die Welt „aus der Perspektive des Strandkorbs“. Auch ein Stück Dithmarscher Heimat.

Carsten Dürkob: Dithmarschen. Eine Einladung, Boyens Buchverlag, 152 Seiten, 152 Abbildungen, gebunden, 24,95 Euro.





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