Heide

Nur in Heide ist ein Einbürgerungstest noch vor dem Brexit möglich

Kurz vor dem drohenden Brexit wollen viele Briten noch einen deutschen Pass haben. Die landesweit einzige Möglichkeit, sich bis zum Stichtag am 29. März noch einbürgern zu lassen, bietet die Volkshochschule Heide. Der Termin ist wichtig: Wer danach die deutsche Staatsangehörigkeit erwirbt, muss seinen britischen Pass abgeben.

Die Ausländer- und Einbürgerungsbehörde des Kreises hat vor wenigen Tagen ein Schreiben an in Dithmarschen lebende Briten verschickt. 48 Personen mit britischer Staatsbürgerschaft, die grundsätzlich für eine Einbürgerung in Frage kommen, sind über die Vorteile eines solchen Schrittes informiert worden. „Bereits zwei Tage später haben sich fast ein Viertel von ihnen zurückgemeldet und ihr Interesse bekundet“, sagt der Leitende Kreisverwaltungsdirektor Christian Rüsen und ist zufrieden mit der positiven Resonanz.

Bei Anna Krauß in der Heider Volkshochschule (VHS) laufen die Fäden zusammen. „Wir bekommen Anträge aus ganz Schleswig-Holstein“, sagt die Fachbereichsleiterin Sprachen und Integration. Das Interesse ist nachvollziehbar: Wenn Großbritannien mit einem harten Brexit aus der Europäischen Union ausscheidet, wären Briten von einem auf den anderen Tag keine EU-Bürger mehr. Danach ist eine doppelte Staatsbürgerschaft für sie nicht mehr möglich. Alle Briten, „die sich noch bis zum 29. März einbürgern lassen, behalten ihre doppelte Staatsbürgerschaft dauerhaft“, sagt Tim Kühl von der Ausländer- und Einbürgerungsbehörde des Kreises. „Denn so lange ist Großbritannien noch Mitglied in der EU.“

Die Zeit drängt. Anmeldeschluss für den Einbürgerungstest ist am kommenden Montag, 28. Januar, um 10 Uhr. Bis dahin müssen die Antragsformulare bei der VHS in Heide vorliegen. Weitere Infos bekommen Interessierte bei Anna Krauß per E-Mail an anna.krauss@stadt-heide.de sowie unter ☎ 0481/6850433. Die Teilnehmer treffen sich Anfang März in Heide. Am Freitag, 1. März, steht der Einbürgerungstest auf dem Programm. Mit einem Fragenkatalog werden Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung sowie der Lebensverhältnisse in Deutschland ermittelt. Am Sonnabend, 2. März, ist der Sprachtest an der Reihe.

Der Einbürgerungstest wird anschließend an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge geschickt. Die Auswertung dauert normalerweise mehrere Monate. Der Sprachtest wird von einem Institut in Frankfurt begutachtet. Das Ergebnis liegt eigentlich erst nach sechs Wochen vor. „Wir haben jeweils eine Auswertung innerhalb von zwei Wochen vereinbart“, sagt Anna Krauß und freut sich über dieses landesweite Alleinstellungsmerkmal der Heider Volkshochschule.

In Kreishaus stellt man sich derweil auf eine steigende Anzahl britischer Neu-Dithmarscher ein. Ende März soll es eine spezielle Einbürgerungsfeier für sie geben.