Brunsbüttel

Olümpiamacher starten Benefiz-Kampagne

„Stark gegen Krebs – jetzt erst recht!“ Unter diesem Motto starten die Macher der Wattolümpiade ihre neue Kampagne, um den Spenden-Ausfall durch die coronabedingte Absage des Benefizspektakels ein Stück weit zu kompensieren. Ihr Blick geht auch schon Richtung 2021: Der Termin für die nächste Wattolümpiade steht.

Das Corona-Aus für die Wattolümpiade 2020 war für die ehrenamtlichen Organisatoren des Brunsbütteler Benefizspektakels bitter – nicht nur, weil die Planungen weit fortgeschritten waren und Hunderte Wattleten aus mehreren Nationen nach zwei Jahren Pause den Wattkämpfen im August bereits entgegenfieberten.

Auch die Initiative „Stark gegen Krebs“ des Wattolümpiade-Vereins und die damit verbundenen Hilfsprojekte für Krebsbetroffene in der Region sind durch die Absage und die daraus resultierenden Ausfälle von Einnahmen und Spenden hart getroffen. Denn das 2015 eröffnete Krebsberatungszentrum Westküste in Brunsbüttel und eine Vielzahl weiterer Angebote für Krebsbetroffene wollen weiter am Leben gehalten werden – „und dafür gibt es leider keine Fördertöpfe, die nun angezapft werden können“, wie Michael Behrendt, Präsident des Wattolümpiade-Vereins, erklärt. Ambitionierte Vorhaben wie das Palliativ-Hospiz-Zimmer im Westküstenklinikum Brunsbüttel und die Angehörigenwohnung für Familienmitglieder von Krebsbetroffenen in der Nähe des WKK Brunsbüttel mussten wegen der Pandemie vorläufig auf Eis gelegt werden.

Wie schon 2011, als die Wattolümpiade sturmbedingt in letzter Minute abgesagt werden musste, haben die Olümpia-Macher in den vergangenen Wochen eine Welle der Solidarität erfahren – nicht nur von Sponsoren, Partnern und Dienstleitern, die den ehrenamtlichen Organisatoren nach der Absage den Rücken stärkten, sondern vor allem auch von Seiten der Wattleten, die allesamt Verständnis für die Absage aufbrachten und ihre Unterstützung anboten. „Von einigen Teams sind bereits Spenden eingegangen“, freut sich Wattkampfleiter Oliver Kumbartzky. Andere suchten noch nach Möglichkeiten, ihren Teil dazu beizutragen, den Ausfall zumindest ein Stück weit zu kompensieren.

Inzwischen hat man sich im Wattikan geschüttelt und blickt nach vorn – mit einer neuen „Stark gegen Krebs“-Bänderkampagne. „Man muss das Rad ja nicht zweimal erfinden“, sagt Wattolümpiaden-Mitbegründer Jens Rusch. Der hatte schon 2011 die Idee eine Solibänder-Aktion, die seinerzeit auf fruchtbaren Boden fiel und letztlich dabei half, doch noch das angepeilte Palliativzimmerprojekt im WKK Brunsbüttel zu realisieren.

Nun gehen die grünen Bänder in eine neue Auflage, mit frischen Farben und einem deutlichen, hoffungsvollen Signal: Stark gegen Krebs – jetzt erst recht! Das Prinzip ist einfach: Wer mindestens fünf Euro spendet, erhält auf Wunsch als Dankeschön ein grünes Silikonband mit der Aufschrift „Stark gegen Krebs“ – auch um damit Solidarität nach außen zu tragen.

Wie bei der vorangegangenen Aktion werden auch wieder Prominente die „Stark gegen Krebs“-Kampagne unterstützen, so Rusch. Aber nicht nur Promis sollen Botschafter der Aktion sein, sondern jeder Einzelne, der mit seiner Unterstützung Flagge im Kampf gegen Krebs zeigt. Deshalb ist die Kampagne mit einer Fotoaktion verbunden. Die Olümpia-Macher sammeln wieder Bilder von Band-Trägern. „Wer seine Solidariät zum Beispiel in sozialen Netzwerken zeigen will, kann den Hashtag #starkgegenkrebs nutzen“, so Behrendt. So könnte die Botschaft aus Brunsbüttel um die Welt gehen – viral, im diesmal positiven Sinne.

Die Kampagnen-Seite ist unter www.wattoluempia.de/starkgegenkrebs geschaltet. Dort ist beschrieben, wie man die Initiative unterstützen kann. Auch „offline“ kann gespendet werden – Spendendosen stehen in Brunsbüttel in der Buchhandlung Schopf sowie im Krebsberatungszentrum Westküste, außerdem in Marne in der „Kleinen Auszeit“. Bei einer Mindestspende von 5 Euro gibt es auch hier auf Wunsch die Soli-Bänder.

Wattolümpiade 2021: Termin steht

Ursprünglich sollte die 14. Wattolümpiade der Neuzeit am 15. August 2020 Wattleten aus aller Herren Länder an den Brunsbütteler Elbdeich locken. Diesen Plänen machte die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung. Nun wollen die Olümpia-Macher einen neuen Anlauf nehmen. So soll Deutschlands schmutzigstes Benefizspektakel im kommenden Jahr am Sonnabend, 17. Juli 2021, in die nächste Runde gehen. Die Planungen dafür sollen im Herbst beginnen. Einen neuen Meldestart wird es übrigens nicht geben: Alle Teams, die sich ihren Startplatz für 2020 sichern konnten, behalten diesen.