Heide

Politiker streiten über die Zukunft der Kulturförderung

Die Debatte um die Kulturförderrichtlinie geht in die nächste Runde. Die Frage, wie es nun ohne die Mitgliedschaft im Landestheaterverband weitergehen soll, sorgte im Schul- und Kulturausschuss des Kreises erneut für eine hitzige Diskussion.

Gegenseitige Schuldzuweisungen beherrschten direkt zu Beginn die Politiker. Die Aussage von CDU-Fraktionschef Jörg Hollmann, dass durch die SPD, Grüne, UWD, Linke, WND sowie der AfD die Kulturförderrichtlinie blockiert wurde, führte zu Unmut in den Parteien. „Da wird Ursache und Wirkung verwechselt“, sagte Detlef Buder (SPD). Seiner Meinung nach sind FDP und CDU dafür verantwortlich, dass es nicht zu einer Einigung kam, weil es keine vorherige Absprache gab.

Da der Kreis beschlossen hat, aus dem Verband des Landestheaters auszusteigen, sollte nun mit dem eingesparten Mitteln eine alternative Kulturförderung initiiert werden. Eine Förderungsrichtlinie sieht vor, verschiedene Standorte oder auch Veranstaltungen individuell zu fördern. Doch die von CDU und FDP erstellte Richtlinie wurde mehrheitlich abgelehnt. Der Antrag war laut Andy Bruhn (WND) zu lückenhaft, um dem so zustimmen zu können.

Interessierte Bürger fragten den Kulturausschuss, wie es nun weitergehen soll und forderten schnellstmöglich einen neuen Plan. Ausschussvorsitzende Kerstin Hansen (Grüne) schlägt vor, wieder bei Null zu starten und zusammen eine Kulturförderung zu erarbeiten. Doch das wollen die CDU-Mitglieder nicht: „Wir haben bereits Standpunkte, an denen wir uns orientieren können, da muss nicht ganz von vorne wieder angefangen werden“, sagte Christian Poltrock (CDU).

Die Christdemokraten planen unterdessen bereits eine neue Ausarbeitung, die sie nach der Sommerpause vorstellen wollen. Jedoch am liebsten erneut im Alleingang. „Wir wollen natürlich damit eine politische Mehrheit erzielen“, sagte Rolf Claußen (CDU). Ungläubig fragten Grüne und SPD, ob dies wirklich wieder ohne vorherige Absprache geschehen wird. Claußen zeigte sich bereit, auch mit anderen Parteien Gespräche zu führen. Bis zur nächsten Sitzung soll der neue Antrag vorliegen und wieder auf der Tagesordnung stehen. Dann wird sich herausstellen, ob eine zügige Einigung gefunden werden kann und welche kulturellen Institutionen und Veranstaltungen gefördert werden könnten.