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Protest bei Yara: Aktivisten beenden Blockade

Nachdem die Protestaktion vor den Toren des Brunsbütteler Yara-Werks zunächst friedlich blieb, gab es in der Nacht nun doch Zwischenfälle. Mehrere Aktivisten drangen in das von Polizisten geschützte Werksgelände ein. Die friedliche Stimmung, die die Protestler am Montag verbreiteten, schlug kurzzeitig um. Am Nachmittag wurde die Blockade beendet.

Eine Gruppe hatte am Vormittag erneut versucht, eine Polizeisperre zu durchbrechen. Die Polizei legte daraufhin ihre bislang eher defensive Haltung ab und kündigte an, beim nächsten Versuch durchzugreifen. Die Protestler, die sich von der Gruppe vor den Werkstoren getrennt hatten und den Holstendamm blockierten, seien keine Teilnehmer mehr der – genehmigten – Versammlung, so eine Lautsprecherdurchsage der Polizei. Sie wurden aufgefordert, die Straße zu räumen. Ansonsten würden Schlagstöcke und Pfefferspray zum Einsatz kommen. Daraufhin haben sich die Aktivisten zunächst zurückgezogen. Die Lage beruhigte sich wieder.

Insgesamt zwölf Versammlungsteilnehmer waren in der Nacht von Montag auf Dienstag auf das Firmengelände gelangt, erklärte ein Polizeisprecher am Morgen. Sieben von ihnen seien sofort durch die Polizei in Gewahrsam genommen worden, fünf Personen bewegten sich weiter auf einen Wassertank zu, dessen Treppen sie hochliefen. 

Vier Personen ketteten sich auf einem Podest an Geländern an. „Einsatzkräfte waren sofort vor Ort, so dass weiteres unbeaufsichtigtes Betreten des Geländes unterbunden wurde.“ Die angeketteten Personen wurden durch die Polizei mit Decken versorgt, eine ärztliche Versorgung sei sichergestellt, da sich erste Unterkühlungserscheinungen zeigten. Um 10.16 Uhr wurde der letzte Angekettete vom Gelände geführt. Gegen alle Eindringlinge wurde Anzeige erstattet.

Ursprünglich war die Protestaktion nur bis Montag, 18 Uhr, genehmigt. Die Aktivisten kündigten am Abend jedoch an, den Protest auf unbestimmte Zeit fortsetzen zu wollen. Genehmigt wurde die Versammlung schließlich bis Dienstag, 15 Uhr. Daran hielten sich die Aktivisten: Um drei packten sie ihre Sachen zusammen und trotteten unter Begleitung der Polizei Richtung Camp nach St. Margarethen.