St. Michaelisdonn

Schafe auf dem Flugplatz in Hopen angegriffen

Sieben Schafe wurden bei einem Angriff auf dem Flugplatz in Hopen verletzt, sechs so schwer, dass sie eingeschläfert werden mussten. Ob es ein Wolf war, ist unklar. Das Rissbild ist ungewöhnlich.

Lange Zeit hatte Schäfer Marten Hinrichs keine Tiere auf den Wiesen rund um St. Michaelisdonn. Vor fünf Wochen brachte er wieder eine Herde mit mehr als 100 Tieren auf den Flugplatz in Hopen. Die Gefahr, dass die Schafe angegriffen werden könnten, schien geringer zu sein, nachdem der Wolf, der für die Rissserie im Dezember verantwortlich war, weitergezogen ist. Dennoch hat Hinrichs aus Vorsicht nach Landesvorgaben gezäunt – vier Litzen mit einer Höhe von 1,08 Meter. 

In der Nacht von Donnerstag zu Freitag wurde eine seiner Herden angegriffen. Die Tiere seien so sehr getrieben worden, dass sie den Zaun durchbrochen haben, sagt Marten Hinrichs. Ein verletztes Tier habe er an der Gabelung zum Flugplatz in Friedrichshof und fünf am Spiekerberg aufgesammelt. Ein weiteres habe Schutz im Unterholz am Rand der Wiese gesucht. Den Tieren sei zum Teil die Nase und einem das Ohr abgebissen worden, so Hinrichs, der wegen des ungewöhnlichen Rissbildes einen jungen, unerfahrenen Wolf vermutet.

Ein Rissgutachter des Landes war vor Ort, hat den Fall dokumentiert und DNA-Proben genommen. Ob es ein Wolf war, sei derzeit schwer zu sagen, sagt Jens Matzen, Koordinator der Wolfsbetreuer. „Ein solches Rissbild hatten wir noch nicht.“ Deshalb habe er Bilder nach Dänemark zum Abgleich geschickt, um zu prüfen, ob dort bei Rissen diese charakteristischen Merkmale aufgetreten sind. Die Ergebnisse der Genproben sowie der Befund der Autopsie im Landeslabor in Neumünster müssen nun abgewartet werden, so Matzen. Laut Rissbild könnte auch ein anderes Tier wie ein Hund oder ein Goldschakal in Frage kommen.

Für Marten Hinrichs war es nicht der erste Riss. Im Januar waren innerhalb von drei Tagen 220 seiner Schafe zweimal getrieben, gehetzt und angegriffen worden. 13 Tiere hatte Hinrichs verloren – zwei wurden vom Wolf getötet, die anderen so schwer verletzt, dass sie eingeschläfert werden mussten. 25 weitere wurden tierärztlich behandelt. Während der anschließenden Lammzeit habe es bei fast jeder Geburt Probleme gegeben, sagt er. Die Hälfte seien Totgeburten gewesen, die Lämmer waren im Mutterleib abgestorben.