St. Michaelisdonn

Schlaglochpiste geht es an den Kragen

Auf der Prioritätenliste der Straßen Schleswig-Holsteins steht sie mit ganz oben: die Landesstraße 144. Im Frühjahr soll sie saniert werden.

Von Jörg Lotze

Die Nachricht aus Kiel sorgt nach jahrelangem Warten und provisorischer Ausbesserei der Fahrbahndecke für Erlösung: Im neuen Jahr wird die L 144 von Grund auf saniert, wie der Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr (LBV) mitteilte. Aufatmen in der Region, denn die sehr desolate Fahrbahn steht mittlerweile nicht nur Pate für diverse Fahrzeugschäden, sondern bietet auch alles andere als Verkehrssicherheit. Aktuell ist der gut vier Kilometer lange Abschnitt für den Durchgangsverkehr gesperrt – eben aus diesen Gründen. 

Anlieger dürfen zwar um die Sperrbaken herumfahren, allerdings nur mit maximal zehn Stundenkilometern über die Buckelpiste rollen. „Ein höheres Tempo ist wahrlich auch nicht zu empfehlen, denn viele Löcher sind riesig und mehrere Zentimeter tief. Da muss man förmlich aufpassen, dass man nicht mit seinem Auto darin verschwindet“, sagt Volker Nielsen (CDU) bewusst überspitzt. Der Landtagsabgeordnete und Bürgermeister setzt sich – wie auch andere Politiker der Region – seit mehr als acht Jahren für die dringende Sanierung der ansonsten viel genutzten Allee ein. Und da reiche es lange nicht, nur mal eben eine neue Schwarzdecke aufzutragen. „Es muss von Grund auf saniert werden, und das soll nun endlich auch geschehen.“ Diese gute Nachricht aus dem Verkehrsministerium erfülle ihn daher mit besonderer Freude: „Es wird jetzt allerhöchste Zeit, dass da etwas passiert.“

Nach aktueller Planung wird mit den Arbeiten noch im ersten Quartal 2021 begonnen, bestätigt LBV-Direktor Torsten Conradt. Noch ausgespart werden soll allerdings die Ortsdurchfahrt in St. Michaelisdonn. „Diese wird in einem späteren Bauabschnitt ab 2022 nachgeholt“, weiß Volker Nielsen. Das sei verschmerzbar, denn zum einen ist die L 144 innerorts, wo sie Trennewurther Straße heißt, im Vergleich zum Außenbereich noch in einem halbwegs akzeptablen Zustand, zum anderen könne sich die Gemeinde St. Michaelisdonn bis 2022 Gedanken machen, wie sie später die Einmündung in die Johannsenstraße gestalten möchte.

Eigentlich war die grundhafte Erneuerung der L 144 bereits für 2020 vorgesehen, nachdem man mit dieser Forderung in Kiel viele Jahre lang auf taube Ohren gestoßen war. Zwei Dinge hatten nun zuletzt für die Verschiebung um ein weiteres Jahr gesorgt, wie Nielsen weiß: „Zum einen musste mit der derzeit laufenden Sanierung der L 173 (zwischen Barlt und Volsemenhusen) erst eine vernünftige Umleitungsmöglichkeit geschaffen werden.“ Zum anderen war eine einjährige Fledermaus-Habitat-Untersuchung abzuwarten. „Diese ergab schließlich, dass beide Baumreihen an der Straße dem schützenwerten Alleecharakter unterliegen und daher stehenbleiben müssen.“ Ursprünglich sollten die Bäume auf der einen Straßenseite gefällt und nach den Arbeiten neue gepflanzt werden. Nielsen sieht im Erhalt aller Bäume kein Problem: „Hauptsache, die Straße wird nun endlich erneuert. Auch wenn man sich darüber streiten könnte, wie stark der Alleecharakter der jetzigen Bäume tatsächlich ist.“

Ist die L 144 dann erst wieder chic und sicher, könne die Gemeinde auch ihr gut vier Hektar großes Gewerbegebiet Trennewurther Straße im B-Plan 37 vermarkten. Nielsen: „Das kann man beim jetzigen Zustand der Straße getrost vergessen.“