Heide

Fenster-Unglück an Friedrich-Elvers-Schule geklärt

Jetzt hat es die Stadt schwarz auf weiß: Der Vorfall im Oktober vergangenen Jahres, bei dem ein Schüler der Friedrich-Elvers-Schule im Klassenzimmer von einem stürzenden Fensterflügel am Kopf getroffen und schwer verletzt worden war, geht auf einen technischen Defekt zurück und war ein Unfall. Das teilt das Rathaus jetzt mit.

Den Vormittag des 23. Oktober werden die Schüler so schnell nicht vergessen. 13 Kinder saßen im Klassenzimmer im Obergeschoss der Friedrich-Elvers-Schule und folgten dem Unterricht, als sich plötzlich ein Fensterflügel aus der Verankerung löste und auf einen Schüler fiel, der unmittelbar am Fenster saß. Der Junge wurde anschließend mit schweren Verletzungen ins Westküstenklinikum eingeliefert. Der Unfall hatte zur Folge, dass das für den Nachmittag geplante Richtfest für den Neubau der Sporthallen am gegenüberliegenden Schulzentrum Heide-Ost abgesagt wurde. Einige Tage später konnte der Schüler die Klinik wieder verlassen.

Gleichwohl wollte das Rathaus die Angelegenheit nicht auf sich beruhen lassen und schaltete zur Ermittlung des Vorfalls einen unabhängigen Sachverständigen ein. Der kommt nun nach Angaben von Stadtpressesprecher Christoph Hecht zu dem Ergebnis, dass ein kaputter Fenstergriff der Hauptgrund für das Unglück gewesen sei. Hecht verweist auf einen zwölfseitigen Bericht des Gutachters. Die Ursache sei ein defekter Fenstergriff (Fensterolive), der „bei Betätigung weder die Verriegelungsfunktion noch die Fehlbedienungssperre ausgelöst hat und so nur den Anschein erweckt, dass der Fensterflügel geschlossen beziehungsweise verriegelt wurde“, heißt es dort.

Die Schlussfolgerung ist laut Hecht eindeutig: Das Fenster habe für den jeweiligen Bediener geschlossen gewirkt, tatsächlich sei es aber nur von den Gummidichtungen, in die es hineingedrückt war, in Position gehalten worden. Der Gutachter ist nach seinen Angaben zu dem Schluss gekommen, dass bereits eine leichte Windböe den Fensterflügel aus dem Rahmen drücken konnte.

Was an dem besagten Tag auch passierte: „Zum Zeitpunkt des Unglücks hatten wir heftigen Westwind, der genau auf der betreffenden Fensterfront der Friedrichs-Elvers-Schule stand“, sagt Bau-Fachbereichsleiter Andreas Wojta. Da das Fenster – ebenfalls wegen der defekten Griff- und Verriegelungseinheit – gleichzeitig auf Dreh- und auf Kippfunktion eingestellt war, sei der auffliegende Fensterflügel dann schräg über das sogenannte Ecklager in das Klassenzimmer gestürzt. „Diese plötzlich auftretenden starken Kräfte konnte der Beschlag nicht aufnehmen, sodass er brach und der Flügel unkontrolliert nach innen gefallen ist“, erläutert Wojta. Nach seinen Worten wiegt so ein Fensterflügel immerhin 45 Kilogramm. Unterm Strich, so der Fachbereichsleiter, habe es ich bei dem Unfall „um eine Verkettung unglücklicher Umstände“ gehandelt.

Umso glücklicher ist Wojta darüber, dass der betroffene Junge inzwischen wieder zur Schule geht und der Unfall an der Friedrich-Elvers-Schule damit noch recht glimpflich ausgegangen ist. „Wir bedauern den Vorfall außerordentlich“, sagt er. „Das Wichtigste ist für uns, dass es dem Schüler wieder gut geht.“ Um zu verhindern, dass sich das Unglück wiederholt, hat die Stadt direkt nach dem Vorfall alle Fenster der Friedrich-Elvers-Schule von einer Fachfirma überprüfen lassen. Die Handwerker stellten dabei keine weiteren Defekte fest.

Zudem lässt die Stadt aktuell auch in ihren anderen Schulen, etwa dem Gymnasium Heide-Ost, Fenster auf etwaige Mängel untersuchen. Weitere Kontroll- und Sicherheitsmaßnahmen seien bereits in Planung, so Wojta. In diesem Zusammenhang betont der Stadtmitarbeiter, dass Fenster grundsätzlich keiner Wartungspflicht unterliegen. „Aber wir wollen natürlich so weit wie möglich sicherstellen, dass sich so ein Unfall nicht noch einmal ereignet.“