Burg

Statt Reparatur: Ausschuss bringt Neubau des Waldbad-Dachs ins Spiel

Soll das Glasdach des Burger Waldbades nun doch nicht repariert sondern stattdessen gleich ein neues gebaut werden? Diese Frage kam bei der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses auf. Der Grund für die mögliche Kehrtwende: Die Ausgangslage hat sich geändert.

„Wir haben uns die damaligen Verträge mit dem Architekten angesehen, der seinerzeit beim Bau des Waldbades verantwortlich zeichnete“, sagte Finanzausschuss-Vorsitzender Stefan Sönnichsen-Berau (FDP). Dabei sei herausgekommen, dass die Gemeinde keinen Vertrag direkt mit dem Architekten, sondern mit dem Ingenieurbüro geschlossen hatte. „Der Vorteil ist, dass wir daher nicht an ein Urheberrecht gebunden sind“, so Sönnichsen-Berau. Davon waren die Burger bislang ausgegangen, insofern stand eine nachträgliche bauliche Veränderung des Waldbad-Gebäudes gar nicht erst zur Debatte. Aus diesem Grund stand nur die Variante im Raum, das undichte Glasdach reparieren zu lassen. „Nun stehen uns aber gänzlich andere Möglichkeiten offen. Und wir sollten gut überlegen, ob wir nicht lieber gleich ein neues Dach bauen lassen wollen“, so der Ausschuss-Chef. Denn: „Wenn wir jetzt 50 000 Euro für eine Reparatur ausgeben, werden wir das Dach in den kommenden zehn Jahren nicht mehr anfassen.“ So wäre es möglicherweise besser, langfristig zu denken und einen Neubau zu planen. „Der dann über einen Kredit finanziert werden könnte.“

Bürgermeisterin Daniela Niebuhr (Burg aktiv) machte klar, dass dafür ein bestehender Beschluss der Gemeindevertretung aufgehoben werden müsste: „Das wäre eine Rolle rückwärts.“ Harald Bolling (Pro Burg) brachte den zeitlichen Verzug ins Spiel. „Wenn wir jetzt alles neu machen, läuft uns die Zeit weg. Das sieht auch Silvia Lenz (CDU) nicht anders: „Wir müssen jetzt etwas machen, es leckt bereits durch.“ Folgeschäden, so Bolling, wären dann unvermeidlich: „Das Wasser von oben tropft beispielsweise in die Elektronik im Schwimmmeister-Büro.“ Er schlug vor, in den Haushalt des kommenden Jahres zumindest eine kleinere Summe einzustellen, um jedenfalls die dringendsten Reparaturen ausführen zu können: „Wir können doch zweigleisig fahren und uns trotzdem von einem Architekten etwas für einen Neubau vorschlagen lassen“, riet Bolling. Niebuhr befürchtet, dass man für eine Reparatur schon die größere Summe benötige: „Wir kriegen das Dach provisorisch eben nicht dicht. Das haben wir schon in den vergangenen drei Jahren gesehen.“

Sönnichsen-Berau schlug vor, die eigentlich für eine Reparatur gedachten 50 000 mit Sperrvermerk einzuplanen und parallel in Sachen Neubau einen Architekten mit einem Kostenvoranschlag zu beauftragen. Diese Leistungen müssten ausgeschrieben werden. Genau das war dann auch der Inhalt des einstimmigen Finanzausschuss-Beschlusses.