Heide

Sterntaler sollen wieder helfen

Vier Wohlfahrtsverbände bitten wieder um Spenden – für Menschen, die in unmittelbarer Not sind. Seit 40 Jahren existiert die Aktion Sterntaler. Doch Corona macht auch dieser Initiative zu schaffen.

Ein Waisenkind, das selbst gar nichts besitzt, aber das Wenige noch an Menschen verschenkt und am Ende als unerwartete Belohnung in einem Regen aus Sterntalern steht, die aus dem Nachthimmel fallen: Das rührende Märchen der Brüder Grimm hat in seiner Aussage auch mehr als zweihundert Jahre nach seinem Erscheinen nichts von seiner Aktualität verloren. Seit mehr als 40 Jahren ist die parabelhafte Geschichte Motto einer Dithmarscher Hilfsinitiative, die mit „Aktion Sterntaler“ überschrieben ist. Sie soll Menschen kurzfristig in einer akuten Notsituation helfen – schnell, unkompliziert und vor allem ganz unbürokratisch. Und immer in der Adventszeit.

Doch in diesem Jahr stehen die vier Träger der Aktion – das Diakonische Werk, die Arbeiterwohlfahrt (Awo), das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und der Verband „Die Paritätische“ – vor einer neuen Herausforderung. Die Corona-Pandemie und der zweite Lockdown haben auch die Hilfsaktion ein Stück weit ausgebremst. „Wir hatten viele Ideen, aber am Ende mussten wir alle Außenaktivitäten absagen“, sagt DRK-Kreisvorsitzender Kai Tange, der in diesem Jahr Sprecher der Aktion Sterntaler ist. Er schaut auf den Tisch vor sich, auf denen die vier Spendendosen mit dem Logo des Sterntaler-Kindes stehen. Mit denen sind die vier Wohlfahrtsverbände in jedem Jahr vor Weihnachten losgezogen. Aber vom Eröffnungskonzert bis hin zum Spendenstand bei der Heider Winterwelt musste alles den Corona-Bedingungen geopfert werden.

Zum Glück nur, dass die Aktion viele treue Spender kennt. Darunter sind viele Firmen, kleinere Betriebe und zahlreiche Privatleute. So kommen in jedem Jahr stets zwischen 20.000 und 25.000 Euro zusammen. Die meisten Gelder werden in der Regel per Bank auf das Spendenkonto überwiesen. Gleichwohl sind nach den Worten Tanges dieses Mal alle Geldgeber persönlich angeschrieben worden. Denn in diesem Advent findet die Aktion Sterntaler voraussichtlich kaum sichtbar statt, es sei denn, im Dezember wären je nach Corona-Lage noch spontane Einzelaktionen möglich. Diese Chance halten sich die vier Wohlfahrtsverbände, die von Boyens Medien als Medienpartner unterstützt werden, auf jeden Fall offen.

Eine kleine Aktion wird dennoch gestartet: Wer zu Hause Cent-Stücke sammelt, kann sie den Verbänden zukommen lassen. Diese Sterntaler werden in allen evangelischen Kitas sowie im Awo-Familienzentrum in Meldorf (Friedrich-Holm-Weg 2) und im Kundencenter von Boyens Medien in Heide (Wulf-Isebrand-Platz 1-3) entgegengenommen. Mit den Münzen sollen Kino- und Kindertheater-Gutscheine für die Kleinen gekauft werden. Plakate mit der Überschrift „Kupfer für Kinder und Kultur“ weisen in den genannten Einrichtungen sichtbar auf diese Sonderinitiative der Aktion Sterntaler hin.

Unabhängig davon wird die große Summe auf dem Spendenkonto wieder durch vier geteilt – und jeder der Wohlfahrtsverbände gibt das Geld 1:1 an Menschen in Not weiter. „Es geht bei der Aktion um diejenigen, die durchs Raster fallen und nicht irgendwo im Helfersystem sind“, erläutert Collin Paterson vom Verband „Die Paritätische“. Und jeder der vier Verbände weiß genau, wo unmittelbare Hilfe gebraucht wird – von Weihnachtstüten für ältere Menschen bis hin zur alleinerziehenden Mutter, deren Strom abgedreht worden ist.

Die ersten 1000 Euro der Spendensumme erhält in jedem Jahr abwechselnd einer der Verbände exklusiv – in diesem Jahr kommt das Diakonische Werk in den Genuss. „Davon werden wir Einkaufsgutscheine eines Modehauses besorgen, mit denen beispielsweise Familien wärmende Kleidungsstücke für ihre Kinder kaufen können“, sagt Petra Meves von der Sozialberatung der Diakonie.

Das Spendenkonto lautet: Diakonisches Werk, Sparkasse Westholstein, IBAN: DE08 2225 0020 0060 0080 19, BIC: NOLADE21WHO, Verwendungszweck: Aktion Sterntaler.