Brunsbüttel

Sturmschaden: Noch einmal glimpflich ausgegangen

Der Sturm „Sabine“ hat auch in Brunsbüttel Spuren hinterlassen: Teile des Dachs an der Gemeinschaftsschule hatten sich am Dienstag gelöst. Für die Reparaturkosten muss jedoch nicht die Stadt aufkommen.

Dienstagmorgen kurz nach 8 Uhr wurde die Feuerwehr zur Gemeinschaftsschule an der Kopernikusstraße gerufen, weil sich Teile des Dachs auf einer Länge von etwa 15 Metern gelöst hatten. Eine Stunde lang mussten die Einsatzkräfte gegen den Wind ankämpfen, konnten am Ende jedoch Entwarnung geben. Sie hatten es geschafft, alles zunächst einmal zu befestigen – provisorisch, versteht sich. Deswegen waren die Schüler nach Schulschluss angehalten, das Gebäude durch die hinteren Ausgänge zu verlassen.

Dass es ausgerechnet die Schleusen-Gemeinschaftsschule getroffen hat, ist besonders ärgerlich. Denn das Gebäude ist gerade einmal vor zwei Jahren fertiggestellt worden. Glücklicherweise greift daher die Gewährleistung, weswegen die beauftragte Firma noch einmal ran muss. So braucht die Stadt nicht ihre Versicherung zu bemühen. Noch gestern hat das Bauamt das Unternehmen kontaktiert: „Die Dachdeckerfirma war am Mittag vor Ort, hat sich den Schaden angesehen und ermittelt, welche Materialien sie braucht“, sagt Astrid Gasse. Über die Höhe des Schadens macht die Leiterin des Bauamtes jedoch keine Angaben. Das Dach sei momentan gesichert und könne erst nach Abklingen des Sturms repariert werden, erläutert Gasse.

Experten schätzen, dass Sturm „Sabine“ in Deutschland Schäden in Höhe von etwa 600 Millionen Euro verursacht hat. Schätzungsweise 500 000 Gebäude wurden in Mitleidenschaft gezogen. Der Orkan „Kyrill“ 2007 war den Experten zufolge in seinen Auswirkungen heftiger und kostete die Versicherer etwa drei Milliarden Euro.

Wer durch den Sturm Schäden davongetragen hat, muss einiges beachten. So sollten diese den Versicherungen umgehend mitgeteilt werden. Weil es für „Sabine“ eine offizielle Sturmwarnung gegeben hat, müssen die Betroffenen ihrer Gebäudeversicherung nicht nachweisen, dass das Unwetter die Schäden verursacht hat. Welche Kosten genau von den Versicherungen getragen werden, hängt von der Police ab. Bei grober Fahrlässigkeit weigern sich manche Versicherungen zu zahlen, manch andere decken dies aber durchaus ab.

Wer eine Teilkaskoversicherung für sein Auto hat, kann davon ausgehen, dass seine Versicherung für sturmbedingte Reparaturkosten aufkommt. Allerdings gilt: Die Selbstbeteiligung greift trotzdem. Ist ein Schaden durch einen heruntergestürzten Baum verursacht worden, können nur Vollkaskoversicherte diesen geltend machen.