Heide

Sturmtief hält Wehren in Atem

Orkantief Sabine fegt seit dem Mittag über Deutschland und hat bereits beträchtliche Schäden hinterlassen. Auch in Dithmarschen musste die Feuerwehr mehrfach ausrücken.

Schon der Auftakt des Orkantiefshat im Norden zu starken Beeinträchtigungen und Einschränkungen im Nah- und Fernverkehr geführt. Nahezu alle Verkehrszweige waren am Sonntag von dem Sturm betroffen, der laut Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) im Laufe des Tages vom Atlantik aus mit Orkanböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometern pro Stunde über das nördliche Festland hinwegziehen sollte. 

Sturm Sabine hat in Dithmarschen Schäden hinterlassen. In Eddelak hat der Orkan am Sonntag gegen 16 Uhr das Dach einer Werkstatt angehoben und gegen ein Einfamilienhaus an der Averlaker Straße geschleudert. Den Bewohnern des Hauses fuhr der Schreck durch die Glieder, als es im Zimmer plötzlich dunkel wurde – das Dach prallte gegen die Hauswand und das Fenster. An dem Haus entstand erheblicher Sachschaden, die Bewohner blieben unverletzt. Die Eddelaker Wehr rückte mit 15 Einsatzkräften aus und sicherte das Dach zunächst mit Erdnägeln. Mehr konnten sie bei dem Sturm nicht tun.

Einsatzkräfte aus Weddingstedt und Wesseln rückten gegen 18.20 Uhr aus, um einen umgewehten Baum von der Bundesstraße 5 zu räumen, der den rechten Fahrstreifen komplett versperrte.

Auch in Brunsbüttel rückte die Feuerwehr am Sonntagnachmittag aus. Von einer Informationstafel zum Bau der fünften Schleusenkammer hatten sich Platten gelöst. Die Einsatzkräfte demontierten die Tafeln sicherheitshalber. An der Autobahnabfahrt Heide-West mussten Feuerwehrleute einen umgewehten Baum von der Straße räumen.

Die Deutsche Bahn reagierte auf die Sturmwarnung mit der Streichung zahlreicher Zugverbindungen. So waren die Küstenregionen und stark sturmgefährdete Regionen wie Emden, Norddeich, Kiel und Westerland ab der Mittagszeit nicht mehr mit Fernverkehrszügen zu erreichen, wie das Unternehmen mitteilte. Betroffen waren beispielsweise die IC-Züge zwischen Norddeich und Hannover/Koblenz, ICE-Verbindungen zwischen Hamburg und Kiel beziehungsweise Westerland sowie die Strecken des EC zwischen Hamburg und Kopenhagen/Aarhus. 

Neben dem Fernverkehr wurde zudem auch der DB-Regionalverkehr in den Küstenregionen eingeschränkt, wodurch es zu diversen Ausfällen kam. Betroffen waren unter anderem die Linien RB 75, RB 62, RE 83, RE 6 und RE 7. Zusätzlich zog die Deutsche Bahn vorsorglich Mitarbeiter und Reparaturfahrzeuge an strategisch relevanten Stellen zusammen. Zudem wurden mobile Einsatztrupps mit Kettensägen in Bereitschaft gesetzt, um im Ernstfall Gleise und Oberleitungen von umstürzenden Bäumen befreien zu können. 

Am Hamburger Flughafen sorgte das Sturmtief dafür, dass zur Mittagszeit bereits 57 Flüge von verschiedenen Airlines annulliert worden waren. Betroffen waren vor allem die Inlandsverbindungen der Lufthansa sowie der Tochtergesellschaft Eurowings in den Süden Deutschlands. Die Auslandsverbindungen vom Flughafen Hamburg waren überwiegend nicht betroffen und flogen nach Plan. Fluggästen wurde geraten, sich online nach dem Status ihrer Verbindungen zu erkundigen und sich gegebenenfalls mit den Airlines direkt in Verbindung zu setzen. 

Am Flughafen selbst wurden Maßnahmen ergriffen, um trotz des Sturms einen sicheren Ablauf gewährleisten zu können. „Es gibt für solche Fälle bestimmte Sturmroutinen, die regelmäßig geübt und entsprechend jetzt umgesetzt werden“, sagte Pressesprecherin Stefanie Harder am Sonntagmittag. Darunter fallen vor allem Sicherungsmaßnahmen von Geräten und Fahrzeugen, die sich auf dem Vorfeld befinden. 

Auch für die Schifffahrt kam es durch die Sturmwarnung zu starken Beeinträchtigungen. Die Fährverbindungen zu den nordfriesischen Inseln Amrum, Föhr, Pellworm und Sylt vor der Küste Schleswig-Holsteins wurden spätestens zur Mittagszeit für den Rest des Tages eingestellt. Auch der Sylt Shuttle wurde nach 12.05 Uhr ausgesetzt. Lediglich die Elbfähre Glückstadt–Wischhafen, die einen Anleger in der Nähe Glückstadts im Kreis Steinburg mit dem Ort Wischhafen im Kreis Stade verbindet, hatte am Sonntag zur Mittagszeit noch keine Abweichung vom Fahrplan angekündigt. 

In Hamburg wurden vereinzelt öffentliche Bereiche wie die Friedhöfe Ohlsdorf, Öjendorf, Volksdorf und Wohldorf geschlossen. Die Feuerwehr warnte auf Twitter vor „umherfliegenden Gegenständen“ und rief dazu auf, sich nach Möglichkeit nicht im Freien aufzuhalten. Zudem sollten leichte und bewegliche Dinge wie Gartenmöbel oder Mülltonnen vorsorglich gesichert werden.