Dithmarschen

Teurer Schaden im Wesselburener Freibad

Böse Überraschung im Freibad Wesselburen: Bevor die ersten Badegäste in die Schwimmbecken hüpfen können, muss die Stadt investieren. Die Überlaufrinnen sind defekt und müssen erneuert werden.

Die Instandsetzung kostet gut 53 000 Euro, teilt Bürgermeister Heinz-Werner Bruhs (CDU) mit. Er musste eine Eilentscheidung treffen, damit die Reparatur möglichst schnell erfolgen kann. Als Bruhs erfuhr, wie teuer die Reparatur werden würde, fuhr ihm geradezu ein Schreck durch die Glieder. „Schließlich sind das Ausgaben, die wir nicht eingeplant haben.“ Bei geplanten Kosten sieht das für Bruhs schon etwas anders aus, etwa die für September geplante Sanierung Dann sollen im 1973 eröffneten Freibad die Pumpen und die Fenster des Gebäudes erneuert werden. Zuvor waren im vergangenen Jahr bereits die Filteranlage ausgetauscht worden.

Den jetzigen Schaden bemerkt hatte Badebetriebsleiter Heinrich Vogt. „Ich lese jeden Tag die Uhren für Wasser, Gas und Strom ab“, sagt er. Dabei fiel ihm der ungewöhnlich hohe Wasserverbrauch auf. Vogt stellte fest, dass täglich 100 Kubikmeter mehr als gewöhnlich verbraucht wurden. Er und sein Kollege Dierk Riecke begaben sich auf die Ursachenforschung. Sie legten die Rohre frei, überprüften Kontrollschächte und Tauchpumpen. Schließlich stellten Riecke und Vogt fest, dass die Überlaufrinnen undicht geworden sind.

„Normalerweise haben wir einen Kreislauf“, so Vogt. „Das Wasser, das aus dem Becken schwappt, wird gefiltert und läuft dann sauber in die Schwimmbecken zurück.“ Doch das Wasser versickerte im Boden. „Bei der Menge kostet uns das bei 120 Saisontagen etwa 50 000 Euro im Jahr.“ Insgesamt sind, so Vogt, etwa 1200 Kubikmeter Wasser in den Becken. Das bedeutet bei 100 versickerten Kubikmetern einen täglichen Wasserverlust von fast zehn Prozent.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Teil der insgesamt 160 Meter Überlaufrinne repariert werden muss. Im vergangenen Jahr musste das Bad ein Wochenende lang geschlossen werden, weil im Schwimmbecken der Wasserstand sank. In dem Fall war die Überlaufrinne an einer Seite undicht geworden. Sie wurde mit Glasfasermatten geflickt und ist seitdem wieder dicht. 25 000 Euro hatte die Reparatur verschlungen.

Damit die Spezialfirma zügig vorankommt, haben Heinrich Vogt und Dierk Riecke gemeinsam mit Marco Christens vom Förderverein die Reparatur so gut es geht vorbereitet und die alte Dichtungsmasse aus den Fugen der Überlaufrinnen gekratzt. Eine mühselige Arbeit, vor der es aber kein Weglaufen gab. Schließlich soll das Freibad am Sonntag, 26. Mai, um 10 Uhr geöffnet werden. An dem Tag ist der Eintritt frei. Anschließend hat das Bad wie folgt geöffnet: sonnabends, sonntags und montags von 13 bis 20 Uhr, dienstags bis freitags von 6 bis 8 Uhr sowie von 10 bis 20 Uhr.