Marne

Thomas Masekowitz steht Kriminalitätsopfern zur Seite

Thomas Masekowitz engagiert sich im Weißen Ring. Der Polizeibeamte und ehemalige Bürgermeister von Kronprinzenkoog will die Opferhilfeorganisation bekannter machen und mehr Mitarbeiter für sie gewinnen. 

Seit 2012 engagiert sich Thomas Masekowitz in der Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer und deren Familien. Sein Beruf kommt ihm beim Ehrenamt zugute. „Ich habe das Hintergrundwissen“, sagt er, „und weiß, wie den Opfern geholfen werden sollte.“ Wichtig sei es vor allem, dass die Polizei auf den Weißen Ring hinweise. „Die Beamten haben das Opfer oft nicht im Fokus“, bedauert Masekowitz, „es gibt eine Anzeige auf und verschwindet wieder.“ Er habe bereits angeboten, seine Kollegen über die Organisation zu informieren, doch das sei im Sande verlaufen. „Erzwingen kann man das nicht“, sagt er.

Der 59-Jährige, der mittlerweile in St. Michel wohnt, will den Weißen Ring aber auch noch auf andere Art bekannter machen. Etwa während der nächsten Sitzung des kommunalen präventiven Rates (KPR) am Dienstag, 28. Mai, ab 18.30 Uhr im Marner Rathaus, um dort vielleicht auch Mitarbeiter zu gewinnen. Das Sicherheitsgefühl der Menschen in der Stadt sei ein Aspekt, den er ansprechen möchte. „Die Gesellschaft verändert sich“, sagt er, „deshalb muss man fragen, ob die Lebensräume noch für die Menschen geeignet sind.“ 

Der Außenstelle Dithmarschen mangelt es an Helfern. Acht sind es zurzeit: „Aber nicht alle sind zu 100 Prozent einsetzbar.“ Aus ganz verschiedenen Gründen. Deshalb ist es für Thomas Masekowitz wichtig, neue Mitstreiter zu finden. „Jeder, der Interesse hat, kann zu drei Fällen als Begleitung mitkommen und erst dann entscheiden, ob dieses Ehrenamt etwas für ihn ist“, erklärt er. Zeit benötige man auf jeden Fall, denn vor der Opferhilfe stehen Seminare und Fortbildungen zu Themen wie Stalking und sexueller Missbrauch. Und manchmal muss ein Opfer ein Jahr oder länger begleitet werden. 

Masekowitz ist bei einer Gerichtsverhandlung, zu der er als Zeuge geladen war, auf die Möglichkeit aufmerksam geworden, sich im Weißen Ring zu engagieren. „Das Opfer saß hinter mir“, erinnert er sich, „für es brach eine Welt zusammen, weil der Täter wegen günstiger Sozialprognose freigesprochen wurde.“ Da sei ihm bewusst geworden, dass irgendetwas nicht richtig laufe, dass er als Polizeibeamter nur einseitig aktiv sei. 

Mittlerweile hat er viele Fälle bearbeitet. Von Berufs wegen weiß er, dass er sich zwar in die Situation und in das Opfer hineinfühlen, aber trotzdem eine Grenze ziehen muss. „Der Fall darf mich nicht über längere Zeit verfolgen und belasten“, sagt er, „wenn ich ihn und alle anderen mit nach Hause nehmen würde, würde ich daran zerbrechen.“ Einen finanziellen Ausgleich bekommt Thomas Masekowitz nicht für seinen Einsatz. „Das ist ein reines Ehrenamt.“ Entschädigung sei für ihn die Dankbarkeit und das Lächeln der Menschen, wenn er ihnen helfen konnte.  

Masekowitz möchte sein Engagement noch verstärken: „Es ist angedacht, dass ich zum Jahresende Außenstellenleiter des Weißen Ringes Dithmarschen werde“, sagt er. Noch ist das Karl-Heinz Frehe. Wer Interesse an einer Mitarbeit hat, der kann sich entweder mit ihm unter ☎ 0481/5140 oder mit Thomas Masekowitz unter ☎ 0177/3494060 in Verbindung setzen.