St. Michaelisdonn

Tieskamp: Rodung aufgeschoben

Das Hin und Her um den Wald am Tieskamp geht weiter. Weil gegen den Bebauungsplan geklagt wird, darf nun vorerst nicht gerodet werden.

Auf dem Gelände zwischen Hoper Straße und Sandleiden sollen Einfamilien-, Doppel- und zwei Mietshäuser gebaut werden. Mehr als 20 Jahre lang wurde das Gebiet in Ruhe gelassen: Der waldartige Charakter präge durch das fortgeschrittene Wachstum nunmehr das Gesamtbild, begründete das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) seinen Schritt, das 6000 Quadratmeter große Areal im März doch als Wald einzustufen.

Anfang Juni wurde die Rodung des kleinen Tannenwaldes dennoch genehmigt. Es hätten keine Versagensgründe vorgelegen, hieß es von der Landesumweltbehörde. Das öffentliche Interesse an einer Umwandlung sei im vorliegenden Fall höher zu bewerten als das Interesse an der Erhaltung, so die Umweltbehörde.

Gegen diese Entscheidung hatte der BUND Widerspruch beim LLUR eingereicht. Die Behörde musste ihre eigene Entscheidung noch einmal prüfen – und kam zu dem Schluss: Zusammenfassend könne festgehalten werden, dass die Waldfläche weder eine relevante Bedeutung für den Natur- und Artenschutz besitzt noch gemäß Landeswaldgesetz Gründe für eine Versagung der Waldumwandlung bestehen, so das LLUR. Der Widerspruch wurde zurückgewiesen.

Unterdessen wurde gegen den Bebauungsplan 33 Klage eingereicht. Das hat Folgen für die Fällgenehmigung: „Der Normenkontrollantrag hat insofern Auswirkungen, als dass dadurch der B-Plan vorerst keine Rechtskraft erlangt“, teilt LLUR-Sprecher Martin Schmidt mit. Die Waldumwandlung sei gemäß Nebenbestimmungen an die Gültigkeit des B-Plans geknüpft. Solange die Klage anhängig sei und das Gericht keine Entscheidung getroffen habe, könne der Wald am Tieskamp nicht gefällt werden.