Heide

TÜV-Bericht: Jedes vierte Auto mit erheblichen Mängeln

Die neue Statistik des TÜV Nord zeigt, dass der Großteil der in der Kreisstadt geprüften Fahrzeuge in Topform, gut zwei Drittel sogar komplett mängelfrei ist. Doch es gibt auch noch eine zweite Seite der Medaille, und die ist bedenklich.

Insgesamt 62,9 Prozent der Autos, die im vergangenen Jahr von Mitarbeitern der TÜV-Station Heide auf Herz und Handbremse gecheckt wurden, hatten überhaupt keine Mängel. Das sei ein erfreuliches Ergebnis, heißt es. Zudem fanden die Sachverständigen bei 9,4 Prozent nur geringe Mängel, sodass 72,3 Prozent sofort eine TÜV-Plakette mit zwei Jahren Gültigkeit bekamen.

Bemerkenswert sei aber auch die andere Seite dieser Medaille: Bei immerhin 27,7 Prozent wurden erhebliche oder gefährliche Mängel festgestellt. Sie mussten umgehend repariert werden. Als völlig verkehrsunsicher wurden drei Autos eingestuft. Dies ist zusammengefasst das Ergebnis der Hauptuntersuchungsstatistik. Zwei weitere Zahlen aus der Statistik: Der durchschnittliche Pkw der geprüft wurde, war zehn Jahre alt und hatte mehr als 124 000 Kilometer auf dem Tacho.

Im Zuständigkeitsbereich der Heider Station ist die Zahl der Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln wieder angestiegen. Diese Entwicklung ist in den Augen der Sachverständigen Beleg für die Notwendigkeit der unabhängigen und neutralen Hauptuntersuchung, die in der Regel alle zwei Jahre fällig ist und wegen der Fahrzeuge mit Mängeln in die Reparaturbetriebe geschickt werden. Dadurch werden die Autofahrer angehalten, in einen guten technischen Zustand ihres Fahrzeugs zu investieren.

„Wir freuen uns über die steigende Zahl von Fahrzeugen ohne Mängel. Die Hersteller bauen schließlich sichere Autos und legen auch Wert auf die Langzeitqualität“, sagt Karsten Reiher, der Leiter der TÜV-Station Heide. Wenn die Autofahrer sich intensiv um Wartung und Pflege ihrer Fahrzeuge kümmern und fällige Termine zur Inspektion und Instandhaltung wahrnehmen, können sie dem TÜV-Termin laut Reiher gelassen entgegensehen: „Wer sein Auto regelmäßig zu den empfohlenen Inspektionen in einer guten Fachwerkstatt warten lässt, hat bei der Hauptuntersuchung weniger Mängel an seinem Fahrzeug.“ Besonders freuen würde er sich aber auch, wenn der kurze Check der Beleuchtungsanlage vor Fahrtantritt zur Regel wird.

Dass die Beleuchtungsanlage nämlich mitunter stiefmütterlich behandelt wird, zeigt auch die Verteilung der Mängelgruppen. Hier liegt Licht und Elektrik in der Statistik wieder weit vorne. Und das, obwohl die Kontrolle der Beleuchtungsanlage und deren Reparatur in der Regel relativ einfach zu bewerkstelligen sei. Allerdings ist die Quote der erheblichen Mängel in diesem Bereich erneut gesunken. Insgesamt ergibt sich in der Statistik als Reihenfolge für die am häufigsten auftretenden Mängelgruppen Licht und Elektrik, Umweltbelastung, Achsen, Räder und Reifen sowie Bremsen.

Wer noch mit einer orangefarbenen Plakette für 2019 unterwegs ist, sollte sich bald einen Termin geben lassen. Mit dem bevorstehenden Jahreswechsel ändert sich die Farbe der fälligen Plaketten auf Blau und so ist zum Beispiel für Polizei schon farblich erkennbar, dass der TÜV-Termin überzogen wurde. Dann ist nach mehr als zwei Monaten ein Verwarnungsgeld fällig, und ab dem achten Monat kommt noch ein Punkt in Flensburg hinzu.