Meldorf

Uta Bielfeldt will Bürgermeisterin in Meldorf werden

Seit vielen Jahren bereits sucht Uta Bielfeldt die Nähe des Rathauses. Das hatte bislang aber eher praktische als politische Gründe: Das Büro der Versicherungsfachwirtin befindet sich direkt neben dem Verwaltungsgebäude. „Weit hätte ich es nicht zu meinem neuen Büro, wenn ich die Wahl gewinnen würde“, sagt die 49-Jährige. 

Uta Bielfeldt ist das, was man wohl eine Urmeldorferin nennt. Sie ist in Meldorf geboren, „als eine der letzten Kinder in unserer alten Geburtsstation“, und hat ihre gesamte Schulzeit und einen großen Teil ihres Arbeitslebens in ihrer Geburtsstadt verbracht. Viele Meldorfer kennen sie durch den Sportverein, seit einiger Zeit ist sie die Erste Vorsitzende von TuRa. 

„Diesen Posten werde ich im Frühjahr schweren Herzens abgeben. Auch meinen Vorsitz im Förderverein vom Freibad gebe ich auf, weil ich mich voll auf den Wahlkampf konzentrieren möchte“, sagt Uta Bielfeldt. Aufgewachsen ist die Meldorferin nach eigenen Angaben in einem CDU-Haushalt, in dem es wegen ihrer politischen Haltung häufig kontroverse Diskussionen mit den Eltern gegeben hat. Trotz ihrer „rot-grün gefärbten Ideologie“ dauerte es einige Jahre, bis sie das rote Parteibuch der SPD erhielt: Das war 2016. 

In der Kürze der Zeit hat Uta Bielfeldt schnell Verantwortung übernommen, wurde stellvertretendes bürgerliches Mitglied und brachte sich im Ausschuss für Tourismus, Wirtschaft und Kultur ein. „Als ich dann vor einiger Zeit gefragt wurde, ob ich Lust hätte, für den Bürgermeisterposten zu kandidieren, war ich zunächst sehr geschmeichelt, brauchte aber auch noch ein wenig Bedenkzeit. Diese habe ich mir genommen und nun kann ich sagen: Ja, ich kann das und ja, ich will das.“

Bis zur Bürgermeisterwahl im Mai kommenden Jahres ist es zwar noch etwas hin, doch der Wahlkampf der Sozialdemokraten fängt jetzt schon so langsam an, anzulaufen. Geplant sind eine Reihe von Terminen und Veranstaltungen, die in den nächsten Wochen nach und nach öffentlich gemacht werden. Zudem wird es einen Haustürwahlkampf geben. „Ich werde bei jedem Meldorfer klingeln und mich persönlich vorstellen. Viele kennen mich zwar bereits, aber ich möchte mit jedem einzelnen Bürger unserer Stadt ins Gespräch kommen“, sagt Uta Bielfeldt.

Auch wenn der Wahlkampf sehr persönlich und auf sie zurecht geschnitten ist, möchte die Meldorferin auch mit sozialdemokratischen Inhalten bei den Wählern punkten. Ihr großes Ziel sei es, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass möglichst viele junge Meldorfer Arbeit vor Ort finden. „Junge Menschen sind unsere Zukunft und ich werde alles dafür tun, um die Stadt für sie so reizvoll wie möglich zu gestalten.“ Uta Bielfeldt ist selbst Mutter von zwei erwachsenen Söhnen und hat durch ihr jahrelanges Engagement bei Tura viel und regelmäßig Kontakt mit jungen Menschen. „Daher weiß ich um die Sorgen und Nöte, aber auch um die Interessen der jungen Leute.“

Doch Uta Bielfeldt will sich nicht nur für die jungen, sondern auch für die älteren Meldorfer einsetzen. Ein Thema, das ihr sehr am Herzen liege, sei die Barrierefreiheit. „Es ist sehr wichtig, dass unsere älteren Mitbürger und diejenigen mit körperlichen Einschränkungen alles problemlos erreichen können, was sie wollen. Das ist leider noch nicht der Fall, zudem gibt es einige Bürgersteige, die mit dem Rollator nicht begehbar sind.“

Für den Kurs der amtierenden Bürgermeisterin hat Uta Bielfeldt viel Lob übrig. „Anke hat in den vergangenen Jahren sehr viel angeschoben und vieles erreicht, da möchte ich ansetzen und den Weg weiterführen“, so die Sozialdemokratin. Insbesondere mit dem Gedanken von Meldorf als Fairtrade-Stadt und dem Cittaslow-Leitkonzept könne sie sich sehr gut identifizieren, sagt Uta Bielfeldt. 

Ihre Entscheidung, bei der Kommunalwahl nicht für einen Sitz in der Stadtvertretung zu kandidieren, bewertet sie rückwirkend als die richtige. Nun aber hat sie größere Ambitionen und kämpft um den Einzug ins Rathaus. „Wenn ich am Ende gewählt werde, möchte ich die Bürgermeisterin von allen sein“, sagt Uta Bielfeldt. Bis es soweit ist, bezieht Uta Bielfeldt weiterhin erst einmal das kleinere Gebäude am Rathausplatz.