— Brunsbüttel —

Verletzte Robbe an der Mole 4 gefunden

von Michaela Reh Freitag, 11. Januar 2019 12:00 Uhr


Brunsbüttel -

Ulrich Meyer hat beim Spaziergang mit seinem Hund an der Mole 4 nicht schlecht gestaunt. „Am Ufer habe ich eine kleine Robbe entdeckt“, sagt der Brunsbütteler. Der Bereich war bereits mit rot-weißem Flatterband abgesperrt, die Polizei vor Ort. Auch die Seehundstation hatte man alarmiert. 

„Ich habe ein Foto von dem Tier gemacht, natürlich aus gebührender Entfernung, um es nicht zu verschrecken.“ Seinen Vierbeiner hatte Ulrich Meyer vorschriftsmäßig angeleint. Es konnte also nichts passieren. „Ich habe gut erkannt, dass die Robbe lebt.“ Das niedliche Tier ist inzwischen in einer Transportkiste per Auto zur Seehundstation nach Friedrichskoog gebracht worden. Dort wird es in den kommenden Monaten aufgepäppelt. 

Robbe ist übrigens der Oberbegriff für mehrere Arten. Seehund ist eine spezielle Art, ebenso wie beispielsweise Kegelrobbe. „Bei unserem Fundtier handelt es sich um einen Seehund, der etwa ein halbes Jahr alt ist. Es geht ihm den Umständen entsprechend gut, er hat allerdings einige Verletzungen und atmet sehr schwer“, sagt Ulrike Meinfelder von der Station. Es ist übrigens kein Heuler, dafür ist er zu alt. „Von einem Heuler spricht man nur bei einem ein bis zwei Monate alten Tier, das dauerhaft seine Mutter verloren hat.“ Der Seehund war zwar auch allein unterwegs, aber das sei in seinem Alter völlig normal. „Mit sechs Monaten darf er gern schon ohne seine Mutter Fische jagen. Vermutlich war er aufgrund des Sturmes aber etwas geschwächt und wollte sich an Land ausruhen. Das kommt gar nicht selten vor“, sagt die Mitarbeiterin der Seehundstation. Das Einfangen eines Seehundes ist übrigens nicht ungefährlich: „Unsere kleine Robbe hat beispielsweise Eckzähne, die schon länger als ein Zentimeter sind.“ Durch einen Biss kann ein Mensch erheblich verletzt werden. „Wir tragen deshalb Schutzkleidung: Eine Wathose, Handschuhe und Gummistiefel.“ 

Die Robbe wird jetzt wegen ihrer Lungenprobleme behandelt. „Sobald sie wieder selbstständig frisst und mindestens 25 Kilogramm wiegt, kann sie ausgewildert werden. Das wird vermutlich in ein bis drei Monaten soweit sein.“ 





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