Nordermeldorf

Verwahrloste Konikpferde: Nabu räumt Fehler ein

Nachdem am Montag bekannt wurde, dass sich ein Teil der Konik-Wildherde im Speicherkoog in einem dramatischen Zustand befindet, ist Dienstag ein Krisenstab zusammengetreten. Die Herde soll nun untersucht und der Bestand grundsätzlich reduziert werden. Der Nabu räumte Fehler bei der Betreuung der Pferde ein.

In einer veröffentlichten Stellungnahme heißt es wörtlich: „Der Nabu bedauert den Tod der Tiere. Auch als Naturschützer bekennen auch wir uns zu unserer Verantwortung und werden unsere internen Vorgänge nochmals überprüfen.“ Am Ende der Mitteilung heißt es, Ziel müsse es auch nach Ansicht des Nabu sein, die Situation im Sinne der Tiere zu bereinigen. 

In der Stellungnahme ist zudem von einer Umstrukturierung der Zuständigkeiten die Rede. Wie diese konkret aussehen soll, wurde am Dienstagnachmittag klar. Zur Mittagszeit trafen sich Vertreter vom Nabu und der Naturschutzbehörde sowie weitere Personen zu einer Krisensitzung im Kreishaus. 

„Wir haben in konstruktiver Weise miteinander gesprochen und die begangenen Fehler nachvollzogen. Zunächst kann man sagen, dass zu spät zugefüttert wurde“, sagt Nabu-Pressesprecher Ingo Ludwichowski. Seit vergangenem Donnerstag wurde Heu auf der Pferdeweide zur Verfügung gestellt. Um die Fütterung künftig zu erleichtern, soll die doppelte Absprache zwischen den zuständigen Schäfern und dem Nabu wegfallen, und stattdessen können sich die Landwirte direkt an den Kreis wenden. „Diese Regelung gab es eigentlich schon, wurde nun aber nochmal mit aller Vehemenz bekräftigt“, so Ludwichowski.

Desweiteren ist besprochen worden, dass innerhalb eines Zeitraums von höchstens einer Woche eine Fanganlage beschafft wird, um die Koniks einzufangen und die sie vom Tierarzt untersuchen zu lassen. Diese Fanganlage steht aktuell noch an anderer Stelle, soll aber schnellstmöglich in den Speicherkoog gebracht werden. Ab Herbst soll dann im Wöhrdener Loch eine feste Fanganlage stehen, um an die Tiere heranzukommen. 

„Ein Kernproblem bei den Koniks ist deren starker Bestand, auch hier haben wir uns aber auf eine Lösung verständigt“, sagt Uwe Maaßen, Fachdienstleiter Bau, Naturschutz und Regionalentwicklung beim Kreis Dithmarschen. „Der Bestand soll von zurzeit rund 75 auf weniger als 50 Tiere reduziert werden.“ 28 Koniks, darunter acht Hengste und 20 Fohlen, hätten bereits per Verkauf neue Besitzer bekommen und sollen in den nächsten Tagen zu diesen „umziehen“. 

„Drei Tiere des aktuellen Bestands haben große Hufprobleme und sollen in einem Stall separat versorgt werden“, so Maaßen weiter. Für die verendete Stute, so der Fachgebietsleiter, liege ein tierärztlicher Untersuchungsbericht vor. Demnach sei das Tier nicht verhungert, sondern an einem Kreislaufkollaps gestorben. Hinzu kamen noch drei tote Fohlen.