— Hennstedt —

Verwirrter Mann zündet Wohnhaus in Hennstedt an

von Michael Behrendt, Burkhard Büsing Mittwoch, 16. Mai 2018 11:29 Uhr


Hennstedt -

Ein offenbar verwirrter Mann hat am Morgen in Hennstedt sein Fahrzeug und sein Wohnhaus in Brand gesetzt. Polizeiangaben zufolge alarmierte die Bewohnerin des Hauses am Wiesengrund gegen 10.30 Uhr die Polizei, weil sie sich über den psychischen Zustand ihres Mannes Sorgen machte. 

Als die Einsatzkräfte vor Ort eintrafen, setzte der Senior gerade seinen auf dem Grundstück stehenden Opel in Brand. Zudem hatte er offenbar mehrere Feuer in dem Wohnhaus gelegt. Die Flammen zerstörten das Auto komplett und richteten an dem Gebäude trotz des schnellen Einsatzes der Freiwilligen Feuerwehr einen erheblichen Schaden an. Bewohnbar wird das Haus aller Voraussicht nach nicht mehr sein.

Es sind tragische Szenen, die sich am Vormittag an der Straße am Wiesengrund ereignen. Mit den Feuerwehrleuten und dem Gebäude im Rücken, sitzen die 70-jährige Frau des Mannes und deren Tochter auf dem kleinen Rasenwall. Sie sind völlig aufgelöst, Sanitäter versorgen sie. 

Die beiden hören höchstens, wie die Feuerwehrmänner soeben das Veluxfenster auf dem Dach einschlagen, um auch im Obergeschoss einen Löschangriff vorzunehmen. Sehen können sie es nicht. Vielmehr sind sie schockiert über das, was sich zuvor zugetragen hat. Denn das Haus brennt, weil der Mann der Frau es angesteckt hat. 

„Gegen 10.30 Uhr alarmierte die Bewohnerin die Polizei, weil sie sich über den psychischen Zustand ihres Mannes Sorgen machte“, schildert Merle Neufeld, Sprecherin der Polizeidirektion aus Itzehoe das Geschehen. „Als die Einsatzkräfte vor Ort eintrafen, setzte der Senior gerade seinen auf dem Grundstück stehenden Opel in Brand.“ 

Doch damit nicht genug. „Wir haben es hier mit Familienstreitigkeiten zu tun. Das Fahrzeug und mehrere Räume im Haus wurden mit Brandbeschleuniger angezündet“, sagt Jens-Uwe Andersson. Der Hennstedter Wehrführer leitete den Einsatz der Freiwilligen Feuerwehren aus dem eigenen Ort sowie Kleve, Fedderingen-Wiemerstedt und Schlichting. „Das Gebäude ist ziemlich stark in Mitleidenschaft gezogen.“ Das bestätigt die Polizei: „Bewohnbar wird das Haus aller Voraussicht nach nicht mehr sein.“ Als das Feuer ausbrach, befanden sich keine Menschen mehr darin. 

Es ist 11.15 Uhr, als die medizinischen Rettungskräfte den Mann auf der Trage in den Krankenwagen schieben. Der 70-Jährige im Fischerhemd hat einen Mundschutz vor dem Gesicht. Seine Hände sind auf dem Rücken verschränkt, anscheinend trägt er Handschellen. Die Polizei hatte nach ihrem Eintreffen den „merklich verwirrten Senior“ überwältigt und Handfesseln angelegt. 

Keine fünf Minuten später meldet Andersson: „Feuer aus, wir bleiben noch zur Nachkontrolle“. Aus Heide kommt die Kriminalpolizei. Sie beginnt mit den Ermittlungen, spricht mit dem gerade wegfahrenden Arzt, den Kollegen und betritt schon ein erstes Mal das Gebäude. Eine Schadenshöhe kann die Polizei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht nennen.

Aktualisiert um 16.51 Uhr





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