— Heide —

Viele Fehlalarme nerven die Heider Feuerwehr

von Sascha Bock Donnerstag, 8. November 2018 18:29 Uhr


Heide -

Innerhalb von Sekunden geht der Alarm der automatisierten Brandmeldeanlage bei der Freiwilligen Feuerwehr Heide-Stadt ein. Sofort rücken die Helfer aus, aber der Einsatz ist wieder einmal umsonst. Fehlalarm.

Die frühere Ausnahme ist mittlerweile eher die Regel. Denn von bisher 240 Einsätzen ist ungefähr jeder vierte ein Fehlalarm. Das ist nicht nur ärgerlich für die Beteiligten, sondern auch teuer für die Verursacher, denn beinahe jeder Fehlalarm ist kostenpflichtig.

Im Gegensatz zu den Kollegen einer Berufsfeuerwehr arbeiten für die Freiwillige Feuerwehr Heide-Stadt nur ehrenamtliche Mitglieder, abgesehen von zwei hauptamtlichen Gerätewarten. Diese Menschen investieren einen Großteil ihrer Freizeit zum Wohle der Gesellschaft. „Neben regelmäßigen Sonderdiensten und Funkübungen nehmen sie unter anderem an kulturellen Veranstaltungen, Brandwachen oder Brandverhütungsschauen teil“, berichtet Hauptbrandmeister André Eichert. Dazu kommen durchschnittlich noch mehr als 200 Einsätze im Jahr.

In diesem Jahr waren es bis gestern 240 Einsätze. Zumeist handelt es sich dabei um Kleinfeuer, die gelöscht werden müssen, oder um technische Hilfeleistung bei Sturmeinsätzen. Aber auch Großfeuer, Pkw-Brände oder Verkehrsunfälle stehen auf der Tagesordnung. Und eben Fehlalarme durch Rauchwarnmelder (RWM) und Brandmeldeanlagen (BMA), beispielsweise in Gewerbeobjekten.

Seit dem 31. Dezember 2010 sind Rauchwarnmelder gesetzlich in jedem Haushalt vorgeschrieben und „haben seitdem bereits vielen Menschen das Leben gerettet“, so Eichert. Im Schlaf haben Menschen keinen Geruchssinn, weshalb ein akustisches Signal umso wichtiger sei, um auf eine drohende Gefahr hinzuweisen. Auch wenn die Feuerwehr hier ab und zu in gutem Glauben, beispielsweise durch besorgte Nachbarn, die das Piepen der RWM hören, alarmiert wird, ist die Zahl eher gering. Bisher sind darauf in diesem Jahr acht Fehlalarme zurückzuführen und nur zwei waren von böswilliger Art.

„Doch die Zahl der Brandmeldefehlalarme ist in diesem Jahr deutlich höher“, sagt Eichert. Waren es im vergangenen Jahr 32, sind es bis heute bereits 48. „Dieser Anstieg könne auf die wachsende Bauaktivität zurückzuführen sein“, vermutet Eichert. Gerade der vermehrte Sondernutzungsbau in Betrieben, Schulen oder Pflegeheimen könne ein Grund sein, da in diesem Bereich häufig automatisierte Brandmeldeanlagen vorgeschrieben seien.

Um Personen- und Sachschäden möglichst gering zu halten, sei „die Installation von Brandmeldeanlagen zu begrüßen und zu fördern“, sagt Eichert. Jedoch gehe damit auch die Verantwortung der Betreiber einher, diese ordnungsgemäß zu warten, um technische Fehlalarme auszuschließen. Und genau da liege das Problem. Denn meist liege ein technischer Defekt vor, der „auf mangelnde Sorgfalt oder fehlende Wartung durch die Betreiber zurückzuführen ist“, so Eichert. Dazu kämen noch Altanlagen, die störanfällig seien, die aber laut dem Wehrführer nach und nach ausgetauscht würden.

Festzuhalten bleibt, dass Fehlalarme in gutem Glauben auf Kosten der Allgemeinheit gehen. Jeder andere Fehlalarm ist jedoch kostenpflichtig und wird durch die Stadt pauschal mit 300 Euro in Rechnung gestellt. Und diese „kosten nicht nur die Betreiber unnötiges Geld, sondern frustrieren unsere Kameraden und lassen die Arbeitgeber unserer Mitglieder immer weniger den Sinn der freiwilligen Arbeit sehen“, so Eichert.





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