Büsum

Vorbereitungen für die Drachenflugtage laufen

Ostern steigen in Büsum hunderte von Drachen in den Himmel. Ein buntes Treiben, das begeistere Drachenflieger und Gäste aus ganz Deutschland an die Perlebucht lockt.

Schon am Karfreitag werden sie anreisen: 60 Drachenflieger mit ihren Familien. Den weitesten Weg hat ein Saarländer aus Völklingen. „Auch aus Dänemark sind Teilnehmer dabei“, sagt Sven Groß. Der Heider baut seine Drachen selbst, zu Hause, gleich neben dem Kinderzimmer. Als Anregung für seinen Riesen-Dinosaurier diente ein kleines braunes, etwa 20 Zentimeter langes Kuscheltier seiner Tochter. Der grüne Dino-Drachen ist etwa zwölf Meter lang. Der Luftikus wird eine Zugkraft von drei Tonnen haben, sodass er an einem Auto befestigt werden muss.

Der Himmel über Büsum wird am Sonnabend und Sonntag von allerlei Getier gefüllt sein. Beliebt sind Eidechsen, Frösche und Krokodile, auch runde Schweine und chinesische Drachen werden aufgeblasen. Den ganz jungen Besuchern begegnen ihre Helden begegnen: der kleine schlaue Wikinger Wiki, oder Findus, der Kater von Petersson, um nur zwei Beispiele zu nennen. Rot-weiße Leuchttürme dürften ebenfalls in der Luft schweben.

„Wir gehören alle, oder zumindest die meisten, zum DC Paderborn“, erklärt Sven Groß. „DC steht natürlich für Drachenclub, hier sind die Fans organisiert.“ Ihn selbst habe das Drachenfieber vor 22 Jahren gepackt. Damals wollte er als Jugendlicher unbedingt einen Drachen kaufen, halten und steuern. „Aber die im Supermarkt gekauften taugen alle nichts“, hat er festgestellt. Man müsse schon ein bisschen Geld in die Hand nehmen.

Einer der Schätze von Groß ist sein „One eleven“ mit 2,60 Meter Spannweite und einem Gewicht von nur 280 Gramm. „240 Euro kostet sowas. Ist aber super stabil und funktioniert immer, bei jedem Wind“, sagt der 38-Jährige. Besondere Beachtung solle man den Stangen widmen, sie sollten aus Kohlefasern und nicht aus Glasfasern gemacht sein. Auch das Tuch sei wichtig, damit es nicht reißt. „Ripstop-Nylon ist so eine Qualität, die aus einem Loch keinen Riss macht.“ Fachchinesisch, über das Schaulustige gerne mit den Drachenfliegern auf der Watt‘n Insel ins Gespräch kommen sollen.“ Darauf freuen sich die Teilnehmer sehr“, sagt Sven Groß.

Noch etwas ist ihm wichtig: Auf dem nördlichen Abschnitt der Perlebucht ist das Gelände offen für jedermann, es gibt keine abgegrenzte Zone wie in St. Peter-Ording. Aber das heißt auch: Stolpergefahr. „Die Kinder sollten nicht über die fast durchsichtigen Seile stolpern, nicht daran ziehen, nicht auf die Drachen am Boden treten und sich nicht auf die Marienkäfer setzen“, so der Drachenflieger. „Die Stoffe sind sehr dünn und können schnell kaputtgehen. Reparieren dauert Stunden.“

Für den Nebenspaß ist auch gesorgt: Es werden hart gekochte Eier für die Kinder abgeworfen, die sie auffangen sollen. Erwachsene bekämen es mit rohen Eiern zu tun, die möglichst unversehrt in den Händen landen sollen. Es gibt Preise zu gewinnen. Die Bonbonfähre gibt es auch wieder. Stündlich regnen am Sonnabend und Sonntag zwischen 10 und 17 Uhr Süßigkeiten auf die Kinder herab. Durch das Programm führt wieder Karl-Ulrich Körtel aus Rotenburg an der Fulda. Für das leibliche Wohl wird gesorgt. Der Eintritt an beiden Tagen ist mit gültiger Gästekarte frei.