St. Annen

Vorfreude bei Elektro-Rockern und Bauzaun-Helden

Am Sonnabend, 25. Mai, steigt die neunte Auflage von Rock am Töschen. Mittlerweile hat sich das Festival zu einem Ereignis für das ganze Dorf entwickelt, sagen die Organisatoren.

Das kleine Jubiläum wirft seine Schatten voraus: 2020 wird Rock am Töschen zehn Jahre alt. Aber am kommenden Sonnabend wird die Benefizveranstaltung noch auf gewohnte Weise ablaufen. 

Eine bunte Abfolge an Bands, ein großes Familienprogramm und Fußball auf der Großbildleinwand: Das sind die Zutaten, die in den vergangenen Jahren den wachsenden Erfolg des Ereignisses garantierten. Aber das sind nur die Punkte auf dem Programm. Das Festival lebt besonders von der Gemeinschaft, die sich schon bei der Vorbereitung zeigt. „Wir haben einen großen Helferstamm“, sagt Martin Blümke. Inken Schmidt erklärt: „Das läuft alles, wir sind komplett entspannt, und es macht Spaß.“ 

Schließlich ist das Festival zu einem Ereignis für das ganze Dorf geworden. „Es ist toll, welche Hilfe man da bekommt“, sagt Inken Schmidt. Schließlich sind unter den Bands, die am Sonnabend erwartet werden, auch Gruppen außerhalb Dithmarschens. „Das war überhaupt kein Thema, die unterzubringen“, sagt sie. „Dieses Maß an Nachbarschaftshilfe ist schon Wahnsinn.“ Für Blümke hat Rock am Töschen daher noch eine weitere Bedeutung als die reine musikalische Unterhaltung: „Die Veranstaltung wird vom Dorf komplett mitgetragen und erzeugt große Einigkeit.“ 

Inken Schmidt und Martin Blümke sind von Anfang an dabei. Mittlerweile hat sich ein Organisatorenteam mit festen Aufgaben gebildet. Dazu gehören Robert Großmann, zuständig für Sponsoren und Getränke, Heiko Schubert (Technik, Bands), Mario Krüger (Werbung, Plakate, Druck), Jaqueline Krüger-Balfanz (Verkauf, Tombola) und der frühere Bürgermeister Tjark Schütt (Kontakte). „Auf das Team sind wir auch angewiesen“, sagt Inken Schmidt, die ihre und Blümkes Aufgabe so beschreibt: „Versuchen, den Überblick zu behalten.“ Insgesamt seien es um die 120 Personen, die irgendeine Aufgabe übernehmen, sagt Blümke. Die einzelnen Gruppen haben sich fantasievolle Namen gegeben: So wird das Fest von den Elektro-Rockern und den Bauzaun-Helden vorbereitet und veranstaltet.

Ursprünglich startete Rock am Töschen schon unter diesem Namen als größere Geburtstagsfeier, sagt Inken Schmidt. „Das muss um die 15 Jahre her sein. Später hat Bürgermeister Schütt dann gefragt, ob jemand Interesse hätte, ein kleines Rockkonzert zu veranstalten.“ 2010 begann es mit vier oder fünf Bands und 400 Zuhörern, erinnert sich Blümke. „Und dann ist es immer größer geworden.“ Im vergangenen Jahr besuchten 3000 Menschen Rock am Töschen. „Es ist toll, dass es von der ganzen Region so angenommen wird.“ Die Prognose stellt zwar vergleichsweise kaltes Wetter in Aussicht, aber wenigstens soll es trocken bleiben. „Das ist das wichtigste“, sagt Blümke. Inken Schmidt ergänzt: „Die Bands werden schon genügend einheizen.“ 

Erwartet werden am Sonnabend, 25. Mai, auf der Doppelbühne Samarah, Kaizer, Malte Zagarus, Loudstark, Die Muskelschweine, Megaklippo, C for Caroline, 21 Degrees und Coffin Crew, außerdem die Schülerband Glori Singers gemeinsam mit Dead Ham. Zur Eröffnung um 18 Uhr spielen traditionell Die schrägen Hörner. „Es geht also los mit Rock‘n‘Roll auf Jagdhörnern“, sagt Blümke schmunzelnd. Das Finale um den DFB-Pokal wird auf der Großbildleinwand zu sehen sein. Schon um 16 Uhr startet auf dem Festplatz das große Familienprogramm unter anderem mit Bogenschießen und dem Frustmobil – einem schrottreifen Auto, auf das gegen eine geringe Gebühr eingeschlagen werden darf. Dieser Punkt kostet als einziger während des Familienprogramms Geld.

Der Eintritt für das Festival beträgt für 10- bis 15-Jährige vier und ab 16 Jahren neun Euro Eintritt. Da die Bands ohne Gage spielen, kommen die Einnahmen guten Zwecken zugute. „Vor allem der Bunte Kreis Nord wird bedacht, aber auch Projekte in Afrika“, sagt Blümke. Inken Schmidt erinnert daran, dass der Verein Dorf und Welt hinter der Veranstaltung steht. „Unser Anspruch ist es, den Löwenanteil in der Region zu behalten, aber auch einen Teil für internationale Zwecke abzugeben.“ Zahlreiche Sponsoren helfen dem Team dabei, sicher planen zu können, sagt Blümke. „Security und Technik kosten viel Geld.“ 

Nach dem Fest wird es nicht lange dauern, bis die Organisatoren sich wieder zusammensetzen. „2020 zum Zehnjährigen müssen wir noch was draufsetzen“, kündigt Blümke schon einmal an.