Schafstedt

Vorgeschmack auf den neuen Treffpunkt

Den ersten Test hat die Gaststätte „Zur Eiche“ in Schafstedt bestanden: Wirtin Tessi Winkel hat zum Richtfest in den künftigen Saal geladen. Der Dachstuhl ist fertig gestellt, der Rohbau lässt schon erahnen, wie die gute Stube des Ortes ausschauen wird.

Der Wiederaufbau und die architektonische Neugestaltung der Gaststätte sind auch ein Ausdruck einer beispiellosen Geschichte dörflicher Solidarität. Noch in der Nacht nach dem verheerenden Brand, dem die Eiche, zentraler Treffpunkt im Dorf, zum Opfer fiel, wurden die Weichen gestellt für den Wiederaufbau, aber Tessi Winkel hat schon seinerzeit gesagt, dass sie das alleine nicht schaffen würde.

Unverzüglich war man an das Projekt herangegangen, ein flugs ins Leben gerufener Tessi-Hilfsverein hat Geld gesammelt, um Tessi Winkel, die all ihr Hab und Gut an diesem Tag im Januar 2018 verloren hatte, zu unterstützen und ihr Mut zu machen. Günther Abraham, Albersdorfer Anwalt, hat Tessi Winkel bei der Abwicklung der Versicherungsangelegenheiten unterstützt. Die Gemeinde hatte signalisiert, bei der neuen Einrichtung der Gaststätte der Wirtin unter die Arme zu greifen. Bürgermeister Harald Mahn hatte unverzüglich mit der Architektin Angelika Szonn Kontakt aufgenommen, weil er sie noch aus ihren Schafstedter Zeiten kannte.

So fügte sich ein Detail zum anderen. Anfang dieses Jahres konnte mit dem Wiederaufbau begonnen werden. Harald Mahn lobte ausdrücklich die gute Zusammenarbeit der beteiligten Baufirmen, des Planungsbüros Petersen und Szonn. „Alle Aufträge für die Einzelgewerke sind vergeben“, fasst er den aktuellen Stand zusammen. Ob der Betrieb zum Jahresende aufgenommen werden kann, wollte er nicht garantieren. Aber zum Richtfest war er schon zufrieden mit dem beispiellosen Ineinandergreifen aller Kräfte, um den Wiederaufbau so rasch wie möglich zu realisieren.

„Ohne diese Hilfe hätte ich das nicht geschafft“, sagt die 68-Jährige, die seit mehr als 30 Jahren in Schafstedt lebt, und fügt hinzu: „Wenn dann alles fertig ist und ich wieder hinter dem Tresen stehen kann, dann bin ich glücklich.“ Der Termin ist mit dem Richtfest sichtlich näher gerückt.

Helga Meggers hatte eigens für das Richtfest ein paar Zeilen gereimt und dem ganzen Dorf aus dem Herzen gesprochen: „Alle Menschen aus dem Ort wünschen Tessi immerfort Glück und Segen und viel Kraft, sind sich sicher, dass sie‘s schafft, hier was Neues aufzubauen, denn das ist ihr zuzutrauen.“ Der gesamte Ort hatte sich hinter seine Wirtin gestellt und viele Menschen hatten im Hintergrund dafür gesorgt, dass das Richtfest einen kleinen Vorgeschmack auf den gesellschaftlichen Mittelpunkt des Dorfes abgab.