Büsum

Wachwechsel im Watt

Die Schutzstation Wattenmeer hat neue Mitarbeiter. „Jetzt war Generationswechsel“, erklärt Fee-Aurora Winkler von der Schutzstation. Darunter versteht sie den jährlichen Wechsel der jungen Mitarbeiter, die hier den Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) oder ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) absolvieren.

Eines haben sie alle gemeinsam: sie sind etwa 18 Jahre alt, haben das Abitur geschafft und sich für Büsum entschieden. Doch gekommen sind sie mit den unterschiedlichsten Hintergründen.

Fee-Aurora Winkler kommt aus Remagen und wollte „nach dem Abi etwas Sinnvolles tun“, sagt sie. Umweltbildung ist ihr Anliegen, am liebsten vor Schulklassen, ideal für geführte Wattwanderungen. Aber auch ihre Nachtwanderungen am Deich bei Sonnenuntergang kann sie empfehlen. Und natürlich Vorträge im Museum am Meer.

Maja Bernhardt aus Heidelberg wollte vor allem „weg von zu Hause“. Studieren will sie Biologie oder Sprachen, beides liege ihr, sagt sie. „Ich habe den Leistungskurs Französisch absolviert, beinahe wäre ich in Frankreich gelandet, habe mich dann aber doch für Büsum entschieden.“ Wenn eine englisch- oder französischsprachige Gruppe kommt, könne sie die problemlos in ihrer jeweiligen Landesprache führen.

Henrike Rudolph kommt aus Norderstedt und hat früher oft auf Föhr Urlaub mit ihrer Familie gemacht. So kam der Wunsch schon zeitig auf, nach der Schule mit Jugendgruppen am Meer zu arbeiten. „Bedingung war auch, dass man teamfähig ist“, sagt sie. „Schließlich wohnen wir alle zusammen in einer WG.“

Unter all den jungen Frauen fällt Adrian Knauer etwas aus dem Rahmen. Mit 21 Jahren ist er der Älteste und „nur“ Praktikant. Deshalb arbeitet er nur drei Monate hier, bis Ende Oktober. „Es ist ein Pflichtpraktikum innerhalb meines Studiums Ressourcen-Management“, sagt er. „Am Neckar, wo ich herkomme, gibt es nicht so viel Wasser wie hier.“

Insgesamt gibt es 20 Schutzstationen von Sylt bis Friedrichskoog. Die Aufgaben sind vielfältig: Vogel zählen, Watt kartieren, Müll feststellen, tote Vögel bestimmen und registrieren. Alles wird sorgsam dokumentiert. Das Wissen der jungen Naturschützer rund ums Watt stammt aus dreierlei Quellen: aus Fachbüchern im Selbststudium, aus Seminaren mit Biologen und Ornithologen und nicht zuletzt von den alten Freiwilligen, ihren Vorgängern der Schutzstation Wattenmeer, die vor dem „Generationswechsel“ hier waren.