Brunsbüttel

Wacken ist jetzt lautstark gegen Krebs

Gerade ist die Brunsbütteler Wattolümpiade mit einem satten Spendenrekord zu Ende gegangen. Aber Jens Rusch ist niemand, der sich auf dem Erreichten ausruhen würde. Ständig entwickelt er neue Ideen und die bisherigen weiter. Diese schmort schon länger in seiner Kreativ-Werkstatt: Auch prominente Musiker sollen für die Aktion „Stark gegen Krebs“ die Faust ballen und so für weitere Spenden werben. Denn allein in Schleswig-Holstein werden jährlich 20 000 neue Krebsfälle gezählt, so Rusch. Mit steigender Tendenz. Daher soll es in Kooperation mit den Wacken-Veranstaltern nun auf dem Festival heißen: Lautstark gegen Krebs.

Das schwarze Plakat mit dem Wacken-Emblem und dem neuen Spruch hat der Künstler, der sich seit seiner eigenen Krebserkrankung sehr für die Unterstützung von Betroffenen einsetzt, gerade ausgeliefert bekommen, dazu ebensolche T-Shirts und die schwarzen Armbänder. Mit letzteren sollen auf dem Festival die W:O:A-Musiker in wenigen Tagen ihre Faust noch energischer erheben – lautstark und der Metal-Szene angemessen eben. „Ich war erstaunt, wie viele Krebsbetroffene es in der Metalhead-Szene gibt“, sagt Rusch gegenüber unserer Zeitung. „Aber es wäre ja auch erstaunlich gewesen, wenn sich das ausgerechnet hier nicht genau so widerspiegeln würde wie in der Gesamtgesellschaft.“

Den Schulterschluss zwischen ihm und Festival-Gründer Holger Hübner will Jens Rusch damit auch optisch darstellen. „Wacken ist der größte Multiplikator, den ich mir für unsere Stark-gegen-Krebs-Initiative vorstellen kann.“ Dieser „kraftvollste Schulterschluss“ stehe in einer Linie mit der Wattolümpiade, deren Erlöse jedes Jahr über diese Initiative Krebsbetroffenenen zu Gute kommen, und dem Benefizkonzert von Fury in the Slaughterhouse am 6. September in Brunsbüttel für den gleichen Zweck. 

In Wacken stehe eine achtköpfige Mannschaft an mehreren Ständen bereit, um mit Hilfe der Metal-Promis als Schrittmacher für Lautstark gegen Krebs zu werben, Bänder zu verkaufen und damit Spenden zu generieren, unter anderem am VIP- sowie im Meet-&-Greet-Bereich und bei der Wacken Foundation, der gemeinnützigen Stiftung der Wacken-Veranstalter. Zum Team gehören unter anderem Oberarzt Olaf Wulfen, Leiter der Palliativmedizin in den Westküstenkliniken Brunsbüttel und Heide, Katharina Papke, Geschäftsführerin der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft, Petra Köster, Leiterin des Krebsinformationszentrums Westküste, und Fotograf Sönke Dwenger, der die Metal-Stars mit ihren Lautstark-gegen-Krebs-Armbändern porträtieren wird. Alle Helfer arbeiten ehrenamtlich.

Bereits bei der Benefiz-Gala zur Verleihung des „Goldenen Schlitzohres“ in der Hamburger Fabrik hatte Rusch im November 2014 die regulär grünen Bänder der Aktion Stark gegen Krebs an Prominente wie Peter Maffay und Otto Waalkes verteilt, die damit die Krebs-Initiative unterstützten. Vorbild für Ruschs Idee ist die erfolgreiche Livestrong-Bänder-Aktion des ehemaligen US-Radrennfahrers Lance Armstrong. Dieser ließ Prominente wie Tina Turner und Michael Jackson vor der Kamera mit gelben Bändern posieren, um Spenden zu gewinnen.  

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