Heide

Was bei der Nachbarschaftshilfe zu beachten ist

Vereine, Privatpersonen und Gemeindevertretungen engagieren sich in diesen Tagen stark in der Nachbarschaftshilfe. Doch es gibt einiges zu beachten, bevor für andere eingekauft wird oder Botengänge erledigt werden.

Die Hilfsbereitschaft ist in diesen Tagen groß. Vereine, Privatpersonen und Gemeindevertretungen engagieren sich, wie unsere Aktion Dithmarschen hilft immer wieder aufs Neue zeigt. Täglich bilden wir diese Angebote auf unseren Lokalseiten ab. Doch es gibt einiges zu beachten, bevor für andere eingekauft wird oder Botengänge erledigt werden.

Viele Schüler fragen sich zum Beispiel momentan, ob sie ebenfalls helfen können. Eine allgemeine Auskunft dazu kann das Bundesfamilienministerium nicht geben. Eine Sprecherin verweist jedoch auf den Tag der Nachbarn. Das Projekt zur Nachbarschaftshilfe wird seit 2018 bundesweit am letzten Freitag im Mai veranstaltet und von dem Ministerium gefördert. Für die notwendige Anmeldung auf der Internetseite www.tagdernachbarn.de gilt eine Altersgrenze von 18 Jahren oder 13 Jahren mit Zustimmung der Eltern. 

Laut Bundesinnenministerium sollte einem ehrenamtlichen Engagement grundsätzlich außerhalb der Schulzeit nachgegangen werden. Da die Schulen aber momentan geschlossen sind, ist das bekanntlich kein Hinderungsgrund.

Bei der ehrenamtlichen Hilfe ist es aber natürlich wichtig, die richtigen Verhaltensmaßnahmen einzuhalten. Wer zum Beispiel Einkäufe für lungenkranke Mitbürger erledigt, sollte telefonisch und nicht persönlich alle Details absprechen. 

Es ist wichtig, dass es keinen direkten Kontakt gibt. Sollte das nicht möglich sein, muss auf jeden Fall der Mindestabstand von zwei Metern eingehalten werden. Helfer, die selbst Symptome wie Halsschmerzen bei sich bemerken, dürfen auf keinen Fall ehrenamtlich tätig werden. Sie gefährden sonst andere. Das Bundesfamilienministerium empfiehlt auf der Seite www.tagdernachbarn.de, dass ein Helfer immer nur für einen Hilfesuchenden zuständig sein sollte. Auch so kann das Risiko einer Corona-Ausbreitung minimiert werden. 

Dieser Ratschlag gilt auch für ehrenamtliche Kinderbetreuung. Auch dort sollten Mädchen und Jungen immer nur einzeln beziehungsweise mit ihren Geschwistern von einem festen Babysitter betreut werden, rät das Bundesfamilienministerium. 

Einkäufe sollten vor die Tür gestellt werden, um direkten Kontakt zu vermeiden. Die Bezahlung kann online erfolgen oder über eine Rechnung zu einem späteren Zeitpunkt. 

Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein warnt eindringlich davor, den Helfern Bank- oder Kreditkarte mitsamt Pin zu übergeben. Sollte die Karte in solchen Fällen auf irgendeinem Weg in falsche Hände geraten und Geld verloren gehen, haben Kontoinhaber in der Regel keinen Anspruch auf Schadenersatz, so die Verbraucherschützer.  

Zwar ist es gesetzlich geregelt, dass Karteninhaber höchstens 500 Euro des Schadens tragen müssen, wenn ihnen ihre Karte entwendet wird. Doch das gelte nur, wenn er sich sorgfältig an die Bedingungen gehalten habe, so Michael Herte, Leiter des Referats Finanzdienstleistungen der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Und diese Regeln untersagen normalerweise die Weitergabe von Karte und Pin. Er verweist auf die Möglichkeit eines Bargeld-Bringdienstes der Banken. Ein solcher wird zum Beispiel von der Sparkasse Westholstein angeboten. Täglich können sich Kunden dort maximal 500 Euro per Post zuschicken lassen. 

Im Rahmen der Nachbarschaftshilfe ist es natürlich möglich, das Geld für den Einkauf in einen Umschlag vor die Tür zu legen, bevor der Helfer kommt. In dem Fall sollte das Geld aber im Auge behalten werden, bis es tatsächlich von der richtigen Person abgeholt wird. Denn Gauner und Betrüger versuchen, die Corona-Krise für sich auszunutzen. In Niedersachsen appellierte die Polizei zum Beispiel an die Hilfsorganisationen beziehungweise Institutionen, die die Nachbarschaftshilfe organisieren: Sie sollen zwischen den Helfern und den Hilfesuchenden vermitteln. Letztere müssen wissen, wer ihnen hilft - und wer eben nicht. Denn Betrüger versuchen sich unter dem Deckmantel der Hilfsbereitschaft größere Bargeldmengen und Wertgegenstände zu ergaunern.