Brunsbüttel

WKK Brunsbüttel: 62 Mitarbeiter in Quarantäne

Am Brunsbütteler Westküstenklinikum sind 62 von rund 130 Mitarbeitern vorsorglich unter Quarantäne gestellt worden. Sie hatten Kontakt zu einer Patientin, bei der am Mittwoch im Rahmen einer CT-Untersuchung eine COVID-19-Erkrankung festgestellt worden war.

Alle Mitarbeiter dürfen nach Absprache mit dem Gesundheitsamt unter Auflagen weiterarbeiten, teilte die Kreisverwaltung mit. Einen Aufnahmestopp gibt es nicht.

Die Patientin war seit gut zwei Wochen in der Klinik für Innere Medizin aufgrund einer anderen Erkrankung in Behandlung. Hinweise auf eine Corona-Infektion gab es keine. „Die Frau hatte zudem keine bekannten Kontakte zu einer mit dem Corona-Virus infizierten Person, noch hatte sie sich selber in einem Risikogebiet aufgehalten“, so Pressesprecher Björn Jörgensen. Erst im späteren Verlauf ihres Aufenthalts habe die Patientin Symptome ausgebildet, weshalb am Mittwoch vorsorglich eine CT-Untersuchung der Lunge angeordnet worden war.

„Die CT-Bilder zeigen klare Hinweise auf eine COVID-19-Erkrankung. Wir haben die Patientin daraufhin noch am selben Tag in unser Infektionshaus nach Heide verlegt und einen Corona-Test angeordnet, um die CT-Diagnose zu bestätigen. Das Ergebnis ist zwar negativ, wir gehen aber aufgrund des CT-Befundes sicher von einer COVID-19-Erkrankung aus. Der Zustand der Patientin ist stabil. Sie muss nicht intensivmedizinisch behandelt werden“, sagt der Medizinische Geschäftsführer der Westküstenkliniken, Dr. Martin Blümke.

In Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt sollen nun die Kontaktpersonen der Patientin ermittelt werden. Demnach hatte nur eine weitere Mitpatientin sowie die besagten 62 Klinik-Mitarbeiter Kontakt mit der Frau. Bis auf eine Ausnahme seien diejenigen, die mit der Erkrankten Kontakt hatten, symptomlos. Bei einer Mitarbeiterin, die leichte Infektzeichen zeigt, werde ein Abstrich genommen.

Für die 62 Mitarbeiter gilt nun eine besondere Quarantäne-Regelung. Sie dürfen zur Arbeit kommen, müssen dort aber einen Mund-Nase-Schutz tragen, der laut Kimstädt eine „effektive Barriere gegen das Virus“ ist. Sie dürfen ansonsten ihr Haus nicht verlassen, zweimal täglich wird ihre Temperatur kontrolliert, und sie sind zu gründlicher Selbstbeobachtung angehalten. „Sowie jemand Symptome zeigt, wird er aus dem Dienst genommen und getestet“., so Kimstädt weiter. 

Diese Sonderform der Quarantäne wird als „Quarantäne ersetzende Maßnahme“ und wird in ihrer Ausprägung vom Sozialministerium definiert. Das soll dazu dienen, die Versorgung in kritischen Bereichen wie Kliniken aufrecht zu erhalten. Einen Aufnahmestopp für die Klinik gibt es nicht.

„Dieser Fall zeigt deutlich, dass trotz niedriger bestätigter Fallzahlen in der Region das Virus bereits in der Bevölkerung zirkuliert und mittlerweile auch unerwartet auftritt. Das zeigt uns, dass die von uns und dem Kreis getroffenen Vorsichtsmaßnahmen sowohl hinsichtlich der Patientenversorgung als auch der verschärften kontaktbeschränkenden Maßnahmen mehr als berechtigt sind“, stellt Dr. Martin Blümke fest.