St. Michaelisdonn

Zeugen nach Unfall gesucht

Die Strecke an der Landesstraße 140 zwischen St. Michaelisdonn und Quickborn ist durch Kuppen und Kurven sehr unübersichtlich und gefährlich. Vor wenigen Wochen kam es zu einem tragischen Unfall, bei dem ein Radfahrer starb. Die Polizei sucht nun nach Zeugen.

Alleine in den vergangenen neun Jahren krachte es 17-mal zwischen St. Michel und Quickborn. Bei sieben Unfällen habe es leicht Verletzte, bei sechs schwer verletzte Personen und bei einem einen Toten gegeben, teilte Polizei mit. Zuletzt ist es auf der Strecke am Abend des 2. März zu einem tragischen Unfall gekommen. Der Fahrer eines Transporters hatte in der Dunkelheit einen Radfahrer übersehen, der dabei schwerste Verletzungen erlitt. Er gehört zu insgesamt neun Radlern, die seit 2012 im Kreisgebiet bei Unfällen ihr Leben verloren haben. Im Zuge der Ermittlungen sucht die Polizei nach Zeugen.

Die Gemeinden St. Michaelisdonn, Quickborn und Frestedt hatten in der Vergangenheit mehrere Vorstöße unternommen, um die Situation für Radfahrer zu entschärfen. Erfolg hatten sie nicht. All der politische Druck, den die Gemeinden ausübten, und die Anträge, die sie stellten, brachten bisher nichts. Zur Tragik dieser Strecke gehört, dass es ohne das Land nicht geht. Auch weil der Eigenanteil von 40 Prozent der Baukosten, den die Gemeinden tragen müssten, für Frestedt und Quickborn nicht bezahlbar sind. „Für uns ist das eine utopische Summe“, sagte Quickborns Bürgermeister Peter Kaiser (KWG) kürzlich. Ähnlich äußerte sich Frestedts Bürgermeister Hauke Zimmermann (UWF): „Die Spielräume sind zu eng. Wir können es finanziell nicht stemmen.“ Die Lokalpolitiker sehen Kiel in der Pflicht. Sie wollen den Druck auf Kiel noch einmal erhöhen und in einer Resolution Forderungen stellen.

Bislang ist die Strecke nicht im landesweiten Radverkehrswegenetz enthalten und wird wohl vorerst auch nicht aufgenommen. Ein Neubau von Radwegen an Landesstraßen sei an bestimmte Voraussetzungen geknüpft, so der Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr kürzlich. „Dabei wäre insbesondere die Bedeutung der Achse für den Radverkehr innerhalb eines überregionalen Konzeptes nachzuweisen.“ Für die Strecke nach Quickborn müsse die Notwendigkeit durch die Gemeinden nachgewiesen und belegt werden.

Wer den Radfahrer vor dem Unglück auf der Landesstraße gesehen hat, kann sich an die Polizeistation in Marne unter ☎ 04851/95070 wenden.