Bunsoh

Zuversicht und Zukunftssorgen nach dem Brand in Bunsoh

Es war ein schwerer Schock für Eve Wiemer und ihren Mann Dieter Oeding sowie  Yvonne und Mathias Bernschneider. Ihr gesamtes Hab und Gut ging in Flammen auf. Umso dankbarer sind sie für die vielen Hilfsangebote.

In dem Resthof mit der Galerie Nordlicht, den Wiemer und Oeding seit rund 30 Jahren bewohnten, sind fast alle Kunstwerke Opfer der Flammen geworden. „Ich habe bestimmt 400 Zeichnungen und Bilder sowie 200 Skulpturen verloren, mein Mann rund 600 Bilder und Pastelle“, sagt Eve Wiemer. Als sie einen Schrank nahezu unversehrt entdeckten und diesen öffneten, sei nur Asche heraus gerieselt. „Ich bin müde, erschöpft und sehr traurig“, sagte die 71-Jährige. Außer den Kunstwerken sind alle Erinnerungsstücke an Eltern und Kinder unwiederbringlich verloren  gegangen – seien es Fotos aus der Jugendzeit oder einst von den Kindern gemalte Bilder. Doch den Kopf in den Sand stecken will Eve Wiemer nicht. „Meine Kreativität habe ich nicht verloren, und immer zurückzugucken bringt ja auch nichts“, sagt sie. Und so arbeitet sie im Kunsthaus in Heide weiter, wo sie einen Töpferofen nutzen kann. 

Der Neubeginn nach dem verheerenden Brand in der Nacht zum 1. Oktober war für alle schwer. „Wir hatten nichts mehr außer der Kleidung am Körper“, sagt Wiemer. Zu ihrem Glück bekamen sie gleich eine Wohnung angeboten, in der sie vorerst leben können. Ein neues Haus wird so schnell nicht wieder aufgebaut sein. Wiemer rechnet damit, dass dies eineinhalb bis zwei Jahre dauern kann. Sicher ist für sie aber schon heute: Sie und ihr Mann wollen in Bunsoh bleiben, auch weil sie dort große Hilfe erfahren haben. „Alle haben gespendet, damit wir wieder Möbel, Geschirr und Töpfe haben. Damit hätte ich nicht gerechnet“, sagt sie überwältigt von so viel Hilfsbereitschaft.

Diese große Unterstützung haben auch Yvonne und Mathias Bernschneider mit ihren Kindern Anastasia und Marius erfahren. „Mein vierjähriger Sohn hatte nur noch seinen Schlafanzug und seine Kuscheldecke“, erzählt die Mutter.  Auch das gerade renovierte und neu eingerichtete Jugendzimmer ihrer 15-jährigen Tochter ging in Flammen auf. Doch an erster Stelle seht die Freude darüber, dass die Familie unversehrt aus dem brennenden Haus entkommen ist. Das verdanken die Bernschneiders ihrem Hund Rüdi: Er hatte sie mit seinem Bellen geweckt.

Auch für Bernschneiders haben die Bunsoher gespendet und ihnen mit Spielzeug und Kleidung geholfen, und ihnen vorübergehend eine Ferienwohnung als Bleibe zur Verfügung gestellt. „Das war richtig toll, alle sind so nett zu uns“, sagt Yvonne Bernschneider. Die 36-Jährige ist froh, in Bunsoh zu leben. Doch ob die Familie eine Zukunft im Dorf haben wird, ist noch nicht ausgemacht. „Wir finden zurzeit einfach keine passende Wohnung, das ist sehr schwer“, sagt Yvonne Bernschneider.