— Heide —

Zwischen Brauchtum und Brandgefahr: Lesermeinungen zum Silvesterfeuerwerk

von Redaktion Freitag, 11. Januar 2019 15:45 Uhr


Heide -

Für Dieselfahrverbote ist sie schon erfolgreich vor Gericht gezogen, jetzt will die Deutsche Umwelthilfe (DUH) ein Böllerverbot in deutschen Großstädten mit hoher Feinstaubbelastung durchsetzen. Das Thema bleibt aktuell, und in der vergangenen Woche haben wir unsere Leser nach ihrer Meinung zu Böllern, Bomben und Raketen gefragt.

Wir wollten wissen: „Sollte zu Silvester auf Knallerei und Feuerwerk verzichtet werden?“ Nachfolgend die ersten Antworten.

JA. Weil leicht zu vermeidende Umweltbelastung durch Feinstaub, Stickoxide und Müll, gesundheitsgefährdender Lärm für Mensch und Tier, Brand- und Unfallgefahr. Man erlaubt ja auch nicht Autorennen in der Stadt oder Rauchen in Restaurants, auch wenn eine Minderheit das gerne hätte. Alternative Lösung: professionelles, spendenbasiertes, zentrales Feuerwerk an einem dafür geeigneten Platz. Detlef Glomm, Meldorf

JA. Weil die Umweltbelastung durch Feinstaub riesig ist; weil das Geld anderswo nötiger ist, zum Beispiel Welthungerhilfe. Vorschlag: Ein offizielles Feuerwerk in der Gemeinde wie in St. Peter-Ording. Dr. Günther Dellbrügger, Wesselburen

JA. Weil es die Umwelt im größten Maße schädigt, die Tiere in Panik versetzt, Häuser in Brand setzt und auch den Menschen schwere körperliche Schäden zufügt. Helga Schneider, Albersdorf

NEIN. Weil eine alte Tradition. So lange ich lebe, gab’s das schon, und Deutschland muss endlich mal aufhören, die Menschen mit Verboten zu überschütten. Peter Hilmar, Weddingstedt

NEIN. Weil es jeder für sich selbst entscheiden sollte. Silvester ohne Feuerwerk ist wie Fasching ohne Verkleiden. Mit dem Verbot des Buschabbrennens wird uns dann die nächste Traditionsveranstaltung (=Maifeuer) genommen. Christian Brandt, Helse

NEIN. Weil außer an gefährlichen Orten jedem selbst überlassen werden sollte, wie, mit wem und womit er Silvester feiern möchte und sich dieses Recht von irgendwelchen Mitbürgern mit zum Teil erheblichem Tunnelblick auch noch vorschreiben zu lassen wie inzwischen leider so Vieles in der BRD. Hartmut Marhold, Wrohm

JA. Weil kein normaler Mensch und erst recht nicht die armen Tiere diese sinnlose Knallerei brauchen. Vom Geld gar nicht zu reden. Man könnte viel Gutes damit tun. Renate Ehlers, Heide

JA. Weil Umweltverschmutzung, immer mehr Missbrauch von Böllern, Verletzungs-, Brandgefahr. Privat nicht erforderlich, gibt auch Länder, wo so etwas nicht stattfindet, geht auch, falsche Gewohnheiten. Frauke Hintz, Friedrichskoog

JA. Weil ich ein Reetdachhaus habe. Ich habe Angst um das Leben meiner Tochter. Im Falle eines Brandes geht es um Sekunden. Ist ein Feuerwerkskörper einmal gezündet, hat man keinen Einfluss mehr auf dessen Flugbahn. Man kann nicht aufpassen. Petra Haußmann, Neuenkirchen

JA. Weil viele Tiere darunter leiden. Jeder könnte von dem, was er in die Luft ballert, die Hälfte für einen guten Zweck spenden. Mir sind als Kind (vor 50 Jahren) Böller vor die Füße geworfen worden, ich habe nie  welche gekauft. Magret Haß-Timm, Albersdorf

NEIN. Weil durch Aufklärung und Überzeugung mehr erreicht werden kann. Verbote führen nur zu illegalen Protestreaktionen. Frauke Domke, Heide

JA. Man sollte lieber spenden für Bedürftige oder Rummelpott laufen wie vor 30, 40 Jahren, der Umwelt zuliebe. Reimer Ingwersen, St. Michaelisdonn

JA. Weil es die Umwelt verschmutzt in der Luft und auf der Straße. Die Tiere und die Menschen bekommen Angst und erschrecken sich. Wie wäre es beim Übergang vom alten ins neue Jahr mit Gebet? Seit Kindheitstagen bin ich es gewohnt. Karin Bajorat, Brunsbüttel

NEIN. Weil es Tradition seit Hunderten von Jahren ist, den Jahreswechsel mit ordentlichem Knall und Feuerwerk zu begrüßen. Tradition soll Tradition bleiben. Hans Thies Dührsen, Hollingstedt

An einer Online-Umfrage unserer Zeitung haben sich knapp 1300 Leser beteiligt. 55 Prozent waren für ein Verbot, 45 Prozent dagegen.





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