Fußball überregional

Politik der kleinen Schritte

Immerhin nicht verloren: Holstein Kiel hat mit seinem Minimalziel den Abstand zum Relegationsrang 16 der 2. Fußball-Bundesliga gewahrt. Neun Punkte sind es vor den letzten vier Spielen.

Bei Dynamo Dresden, das eben diesen 16. Platz belegt, gab es ein torloses Unentschieden, und die große Fußballkunst beschränkte sich auf die 35. Sekunde dieser Partie, als Kwasi Wriedt fast von der rechten Auslinie das Stellungsspiel des Dynamo-Schlussmannes Kevin Broll erkannt hatte, aber mit seinem Schlenzer nur die Latte traf. 

Danach beschränkte sich die Kieler Sportvereinigung vor allem darauf, ihrem Gastgeber keine Chancen einzuräumen. Entsprechend langweilig war die Partie, weil es in Elbflorenz schon in den zwölf Zweitliga-Spielen zuvor keinen Sieg zu feiern gab. „Es ging darum, nicht zu verlieren. Wenn man das Spiel sieht, wäre durchaus mehr drin gewesen“, sagte Linksverteidiger Johannes van den Bergh.

Fürwahr hätte Holstein seine Serie gegen die Ostdeutschen ausbauen können, doch so wirklich wäre der  achte Sieg im achten Zweitliga-Duell auch nicht verdient gewesen. Hier und da boten sich auch Möglichkeiten zu einer Führung für die Gäste, doch scheiterte Fabian Reese bei einem Konter ebenso an  Broll (31.) wie wenig später  Lewis Holtby  (37.). 

Hinten agierten die „Störche“ konzentrierter und ließen nicht viel zu.  „Im Großen und Ganzen war es super verteidigt. Den Punkt nehmen wir gerne mit“, befand Ioannis Gelios, der für den Covid-verdächtigen Thomas Dähne zwischen die Pfosten gegangen war. Insgesamt hatte Holstein fünf Akteure gegenüber dem HSV-Spiel aus Verletzungs- oder Krankheitsgründen austauschen müssen. „In Anbetracht der Personalsituation ist das ein sehr guter Punkt“, sagte daher Sportchef Uwe Stöver. „Dennoch glaube ich, dass wir dieses Spiel gewinnnen müssen.“ 

So bleibt der Abstand unverändert, aber geändert hat sich Dresdens Zahl an Chancen, die „Störche“ einzufangen. Mit nunmehr 38 Punkten muss Holstein zwar immer noch nach hinten schauen, doch hilft Dynamo nur noch eine großartige Siegesserie, um an den Kielern vorbeizuziehen. 

Realistisch scheint das nicht. Aber manchmal geht ja mit dem nötigen Quäntchen Glück sogar ein Schuss von der Außenlinie rein.

Dynamo Dresden: Broll - Akoto, Sollbauer, Knipping,  Löwe (85. Giorbelidze) -   Stark, Will (67. Kade) -  Mai (73. Weihrauch) - Königsdörffer (85. Borrello), Daferner, Diawusie (67. Schröter).

 Holstein Kiel: Gelios - Korb, Lorenz, Neumann, van den Bergh - Holtby (90.  Arslan) - Ignjovski, Mühling (85. Erras), Reese (85. Pichler) - Skrzybski (74. Sterner), Wriedt.

Schiedsrichter: Robert Kampka (Mainz);  Zuschauer: 21.544.

 Gelbe Karten: Sollbauer (8), Akoto (5) - Skrzybski (2), Korb (2).

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