Fußball überregional

VfB Oldenburg vor der Meisterschaft

Es lässt sich klar sehen vor dem Finale in der Meisterrunde der Fußball-Regionalliga Nord: Der VfB Oldenburg steht vor dem Titelgewinn. Die Abstiegsrunde hat noch zwei Spieltage. Heide pausiert.

Die Regionalliga-Vorschau von Stefan Freye (Norddeutscher Fußballverband)

Meisterrunde

 VfB Oldenburg – Holstein Kiel II (Sa., 15 Uhr) 

Sie haben es in der Hand: Gewinnt der VfB (38 Punkte) mindestens einen Punkt gegen den Dritten aus Kiel, ist ihm die Meisterschaft sicher, und dann werden die Oldenburger auch zu den Aufstiegsspielen in die 3. Liga gegen den Vertreter der Regionalliga Nordost antreten. Doch selbst im Falle einer Niederlage erscheint ein Titelgewinn des Gastgebers sehr wahrscheinlich. Er besitzt ja ein um neun Treffer besseres Torverhältnis als sein Verfolger SC Weiche Flensburg (35). Angesichts dieser Ausgangslage erscheint das Rennen um den dritten Platz in der Abschlusstabelle sogar ein wenig spannender. Der Gast aus Kiel (27) sollte dieses Duell gewinnen, um sich am Ende gegen seinen Verfolger durchzusetzen. Fun Fact: Der SV Werder II (26) ist dieser Verfolger, und er tritt zeitgleich zum Duell gegen den SC Weiche an. 

SV Werder Bremen II – SC Weiche Flensburg (Sa., 15 Uhr) 

Beim Gast macht man sich keine Illusionen. „Die Meisterschaft haben wir nicht in der Meisterrunde verpasst“, sagte Thomas Seeliger nach dem 4:2 über Hildesheim am vergangenen Wochenende. Selbst wenn der VfB Oldenburg in seiner Partie ohne Punktgewinn bleiben sollte, wären es ja immer noch die neun Treffer, die Weiche in Bremen aufholen müsste. Würde dies gelingen, so wäre die Regionalliga um eine Sensation reicher. Oder anders formuliert: Ein Titelgewinn der Flensburger ist sehr, sehr unwahrscheinlich. In Bremen wird der Tabellenzweite ja von einer der stärksten Mannschaften dieser Meisterrunde erwartet. Zwar verliefen die vergangenen Monate nur selten wie gewünscht, und so musste sich der SVW frühzeitig von seinen Titelambitionen verabschieden. Doch der Vierte verfügt über genug Qualität, um Weiche ein offenes Duell zu liefern. Zudem will sich der Gastgeber natürlich mit dem dritten Tabellenplatz aus der Saison verabschieden. Zu Holstein II – das ja beim VfB in Oldenburg antritt – fehlt nur ein einziger Zähler. 

Atlas Delmenhorst – Hamburger SV II (So., 14 Uhr) 

Nun aber! Im letzten Saisonspiel möchte Atlas Delmenhorst nur zu gern den ersten Sieg in dieser Meisterrunde landen. Bislang stehen zahlreiche Unentschieden und Niederlagen in der Bilanz des Gastgebers (0-4-5). Sicher ist aber auch, dass Atlas das Finale nach einer unter dem Strich richtig guten Saison so oder so zum Anlass für ausgelassene Feierlichkeiten nehmen wird. Zudem erscheint der erste Sieg in dieser Runde ja auch keineswegs sicher. Der Gast aus Hamburg tritt als Sechster an, könnte mit einem Sieg aber zumindest bis auf den vierten Platz vorrücken – und damit seinerseits eine gute Saison krönen. 

VfV Borussia 06 Hildesheim – Teutonia 05 Ottensen (Mi., 19 Uhr) 

Das letzte Spiel in dieser Meisterrunde findet erst am Mittwoch statt. Wenn der bislang ebenfalls sieglose VfV und die Teutonia – der Siebte könnte noch einen Platz gutmachen - ihr Duell beendet haben, wird die Tabelle begradigt sein. Bereits jetzt mit insgesamt 18 Partien versehen und somit eigentlich schon in der Sommerpause befinden sich der VfB Lübeck (5.) und Hannover 96 II (8.). Ihr Spiel war bereits am 3. Mai ausgetragen worden und endete mit einem 3:1 der Lübecker. 

Abstiegsrunde

 Eintracht Norderstedt – Lüneburger SK Hansa (Sa., 14 Uhr) 

Die Eintracht (33 Punkte) hat in ihren zwei ausstehenden Spielen die Chance, Phönix Lübeck (39) noch von der Spitze zu verdrängen. Angesichts eines Rückstands von sechs Punkten, erscheint diese Möglichkeit aber vor allem theoretischer Natur. Viel wichtiger ist dieses Spiel hinsichtlich des Abstiegskampfes: Der Lüneburger SK (22) muss diese Partie eigentlich gewinnen, möchte er die vor ihm platzierten Teams aus Rehden (26) und St. Pauli (26) noch abfangen. Gewinnt der Gast dagegen nur einen Punkt, dürfte die Abstiegsfrage angesichts eines Rückstandes von noch immer mindestens drei Zählern und eines deutlich schlechteren Torverhältnisses bereits vor dem Saisonfinale geklärt sein. Keine Frage: Das Spiel wird von zahlreichen interessierten Besuchern verfolgt werden, eine große Spannung herrscht aber auch beim BSV Rehden und dem FC St. Pauli II. 

FC St. Pauli II – BSV Rehden (So., 14 Uhr) 

Um was es in diesem Spiel geht, wird am Vortag in Norderstedt geklärt. Sollte der LSK dort gewonnen haben, steht noch mal eine ganze Menge auf dem Spiel. Aber selbst in diesem Fall wäre klar: Der Sieger dieses Duells hat sich noch vor dem letzten Spieltag der Abstiegsrunde die Teilnahme an der kommenden Regionalliga Nord gesichert. Mit einer gewissen Spannung ist dabei die Frage verbunden, wie der BSV Rehden den etwas überraschenden Sieg im Krombacher Niedersachsen Pokal – 1:0 gegen den Drittligisten SV Meppen am Mittwoch – verarbeitet hat. Hat man den tollen Erfolg im Vertrauen auf eine siegreiche Eintracht Norderstedt ausgiebig gefeiert, dürfte der FC St. Pauli am Sonntag deutlich im Vorteil sein. 

SpVgg Drochtersen/Assel – SSV Jeddeloh (So., 15 Uhr) 

Ein Platzierungsspiel. Sowohl der Gastgeber (31) als auch sein Gegner aus Jeddeloh (32) haben noch die theoretische Chance, Eintracht Norderstedt (33) vom zweiten Tabellenplatz zu verdrängen. In jedem Fall geht es in diesem Duell aber um den dritten Rang dieser Meisterrunde – und diese Aussicht bietet wohl ausreichenden Anlass für ein interessantes Spiel auf gutem Niveau. 

HSC Hannover – Phönix Lübeck (So., 15 Uhr) 

Der Gastgeber ist bereits abgestiegen, und so ergibt sich seine Motivation von allein: Der HSC möchte sich mit einem guten Spiel in Richtung Oberliga verabschieden. Leicht wird es allerdings nicht. Der Gast aus Lübeck gilt schließlich als Maß der Dinge und kann bereits mit einem Unentschieden den Gewinn dieser Abstiegsrunde perfekt machen. Altona 93 – FC Oberneuland (Mi., 20.45 Uhr) Komplettiert wird auch der Spieltag der Abstiegsrunde erst am kommenden Mittwoch. Im Duell der beiden bereits abgestiegenen Mannschaften geht es dabei vor allem um das gute Gefühl: Sowohl Altona 93 als auch der FC Oberneuland hatten es in den vergangenen Monaten nicht leicht, sie wurden personell gebeutelt und kassierten knappe Niederlagen. So kurz vor dem Saisonende möchte man also sehr gerne noch einmal unter Beweis stellen, dass es bei optimalem Verlauf womöglich ganz anders gelaufen wäre. 

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