Hamburg

DAK befürchtet Unterversorgung von Zuckerkranken wegen Covid

Hamburg (dpa/lno) - Die Krankenkasse DAK-Gesundheit fürchtet wegen des coronabedingten Rückgangs von Arztbesuchen in Hamburg eine zeitweilige Unterversorgung von Zuckerkranken. Mittel- bis langfristig könne dies zu einem Anstieg schwerer Folgeerkrankungen führen, warnte die Kasse am Mittwoch in der Hansestadt. Laut einer Sonderauswertung der DAK-Gesundheit haben sich während der ersten Corona-Welle im zweiten Quartal des Vorjahres 16,1 Prozent weniger Versicherte bei ihrem Arzt in ein Behandlungsprogramm für Diabetiker einschreiben lassen als im Vorjahreszeitraum. Im dritten Quartal seien es bereit 31,4 Prozent gewesen und für das vierte Quartal rechne die Kasse mit einem weiteren deutlichen Minus.

«Der Rückgang bei den Einschreibungen ist besorgniserregend», sagte die Leiterin der DAK-Landesvertretung in Hamburg, Katrin Schmieder. Wenn die Patienten aus Angst vor dem Coronavirus nicht in die Praxen kämen und nicht an den strukturierten Behandlungsprogrammen, den sogenannten Disease Management Programmen (DMP), teilnähmen, «dann riskieren sie mittel- bis langfristig schwere Folgeerkrankungen». Die DAK befürchte bereits eine spürbare Zunahme an Fußamputationen als extreme Spätfolge einer Diabeteserkrankung. Schmieder riet deshalb allen bundesweit mehr als sieben Millionen Diabetikern, auch während der Corona-Pandemie ihre Behandlung weiterzuführen und zum Arzt zu gehen.